Santiago de Compostela – Tag achtzehn

Santiago de Compostela Es ist klar, dass unser erstes Ziel der Bahnhof sein muss. Das ursprüngliche Ziel – die „Oficina de Peregrinos“, um unsere „Compostela“ zu erhalten – rückt in den Hintergrund. Die Prioritäten haben sich geändert. Draußen nieselt es, wir ziehen unsere Regenjacken an. Zum Bahnhof ist es etwa anderthalb Kilometer, ohne Rucksäcke geht […]

Santiago de Compostela – Tag siebzehn

Pedrouzo – Santiago de Compostela Am Morgen wache ich mit einem Schock auf. Das ganze Kopfkissen ist mit Blutflecken verschmiert. Ich stelle fest, dass sowohl meine Nase als auch meine Lippen infolge der unerbittlichen spanischen Sonne aufgerissen sind. Bepanthen allein reicht dafür offensichtlich nicht aus. Trotzdem creme ich mich mit dieser Salbe ein, und wir […]

Santiago de Coompostela – Tag sechzehn

Arzúa – Pedrouzo In der Nacht kann ich vor Angst nicht schlafen – trotz einer Schlaftablette. Als ich nachts zur Toilette gehe, sind die Schmerzen so stark, dass ich mich kaum hinschleppen kann. Mir ist in diesem kritischen Moment nicht bewusst, dass Schmerzen gegen drei Uhr morgens am schlimmsten sind, weil der Cortisol- und Stresshormonspiegel, […]

Santiago de Compostela – Tag fünfzehn

Sobrado dos Monxes – Arzúa Ab sieben Uhr läuten wieder die Glocken, und die Herberge muss bis acht geräumt werden. Also packen wir – zum ersten Mal im Dunkeln –, was meine Abneigung gegen diesen Ort noch weiter vertieft. Um acht stehen wir auf dem kleinen Marktplatz des Städtchens und suchen eine Bar zum Frühstücken. […]

Santiago de Compostela – Tag vierzehn

Miraz – Sobrado dos Monxes Für den vierzehnten Tag haben wir nur eine sehr kurze Strecke nach Roxica geineplant – lediglich zehn Kilometer lang. Zum einen geht es bergauf, zum anderen wollen wir meinem Knie eine Pause gönnen. Es funktioniert zwar einigermaßen, sieht aber nicht gerade glücklich aus. Wir gehen frühstücken. Es ist dieselbe junge […]

Santiago de Compostela – Tag dreizehn

Baamonde – Miraz Am Morgen brechen wir gegen acht Uhr auf, denn es gibt keinen Grund, länger in der katastrophalen Herberge zu bleiben. An der Ecke gibt es eine Bar, wo wir frühstücken können und einen Stempel in die Credencial bekommen. Um neun stehe ich vor der Apotheke – nur um festzustellen, dass sie erst […]

Santiago de Compostela – Tag zwölf

Vilalba – Baamonde Als wir aufwachen, regnet es draußen nicht, obwohl die Wettervorhersage es angekündigt hatte und es auf den ersten Blick auch so aussieht. Doch es ist nur Nebel, der das Wasser an der Außenseite der Fenster kondensieren lässt. In der Herberge ist die Putzfrau bereits zugange. Mit uns geht sie nicht gerade zimperlich […]

Santiago de Compostela – Tag elf

Abadín – Vilalba Wir verlassen unsere luxuriöse Unterkunft in Abadín bereits um acht Uhr (der Spanier ist schon eine Stunde vor uns aufgebrochen), denn wir fürchten den Regen, der laut Wettervorhersage am Nachmittag sehr stark ausfallen soll. Vladimírs Schwester ruft an und macht sich Sorgen. Sogar in den slowakischen Nachrichten wird über heftige Regenfälle mit […]

Santiago de Compostela – Tag zehn

Mondoñedo – Abadín Das Frühstück nehmen wir ebenfalls im Seminar ein. Die spanische Gastfreundschaft geht allerdings nicht so weit, dass die Köchin uns zuliebe früher aufstehen würde. Der Kaffee auf dem Tisch ist noch vom Vortag, und es gibt weder einen Wasserkocher noch eine Herdplatte. Dazu das übliche geröstete Brot, Butter und Marmelade. Wir wissen […]

Santiago de Compostela – Tag neun

Ribadeo – Mondoñedo Es regnet heftig beinahe die ganze Nacht, doch am Morgen hat die Sonne bereits über die Wolken gesiegt und verspricht einen schönen Tag. Wieder einmal hatten wir Glück. Als Folge des nächtlichen Wolkenbruchs werden uns in der ersten Tageshälfte Nebel und tiefe Bewölkung in den Tälern begleiten, über die wir jedoch hinaufsteigen […]

Santiago de Compostela – Tag acht

Tapia de Casariego – Ribadeo Am Morgen ist es zwar bewölkt und es weht ein starker Wind, aber zu unserer Freude regnet es nicht. Wir frühstücken im Hotel, was etwas kompliziert ist, weil außer Spanisch keine andere Sprache funktioniert. Schließlich bekommen wir doch ein getoastetes Croissant, süßes Gebäck und getoastetes Brot (tostado) mit Butter und […]

Santiago de Compostela – Tag sieben

Navia – Tapia de Casariego Es ist der erste April und offiziell bin ich heute zum ersten Mal im Ruhestand – zuvor war es noch Urlaub. Das macht sich sofort bemerkbar. Ich verschlafe hoffnungslos und wache erst um Viertel vor neun auf. Vlado ist zufrieden und meint, das sei für einen Pensionisten genau die richtige […]

Santiago de Compostela – Tag sechs

Hostel Canero – Navia Infolge des fehlenden Wasserkochers für Tee müssen wir zum Frühstück in die Bar im Hostel gehen. Die dunkelhäutige Kellnerin bietet uns ein Omelett an, was wir freudig annehmen. Es handelt sich um eine spanische Omelette mit Eiern und Kartoffeln. Sie ist gut, doch beim Bezahlen der Rechnung bin ich einem Kollaps […]

Santiago de Compostela – Tag fünf

Soto de Luiña – Hostal Canero Am Morgen stehen wir früh auf, denn auf den nackten Matratzen lässt sich ohnehin nicht schlafen. Es ist Sonntag. Vladimír kocht Tee; zum Glück haben wir gestern genug Lebensmittel auch fürs Frühstück eingekauft. Nach dem gestrigen Martyrium habe ich einen sündigen Plan. Da das Ziel – das Dorf Cadavedo […]

Santiago de Compostela – Tag vier

San Estéban de Pravia – Soto de Luiña Der Tag beginnt nicht gerade gut. Die Señora in der Herberge hat uns schon am Abend darauf hingewiesen, dass vor zehn Uhr kein Frühstück serviert wird. Wir verstehen das – sie muss schließlich ausschlafen, wir sind ja in Spanien. Leider gibt es in der Herberge keine Küche, […]

Santiago de Compostela – Tag drei

San Martín de Laspra – San Estéban Am Morgen wache ich mit Schmerzen im großen Zeh des rechten Fußes auf. Bei näherer Betrachtung gerate ich in Panik. Der Nagel ist blau bis violett, offenbar hat es unter dem Nagel eingeblutet. Das beunruhigt mich jedoch weniger als die Tatsache, dass der Zeh rot ist wie bei […]

Santiago de Compostela – Tag zwei

Gijón – San Martín de Laspra Der zweite Tag ist zugleich der letzte, dessen Verlauf ich im Voraus geplant habe. Am Morgen treffen wir unsere Gastgeberin – sie ist eine sehr sympathische, fließend Englisch sprechende junge Dame, was in uns die Überzeugung weckt, dass es nun überall so sein wird. Bereitwillig beantwortet sie alle unsere […]

Santiago de Compostela – Tag eins

Es ist der 26 März, die Tage sind noch relativ kurz. Wir stehen um 4:40 Uhr in voller Dunkelheit in meiner Wiener Wohnung auf, die ich mit meinem Sohn teile. Er wird mich jedoch nicht nach Santiago begleiten. Als Partner habe ich meinen Freund Vladimír ausgewählt und ihn zum Mitmachen überredet – allein hätte ich […]

Pilgern nach Santiago de Compostela – Camino de la Costa/Camino del Norte

Auf die Pilgerreise nach Santiago de Compostela bin ich am 26.März 2025 aufgebrochen. Ich habe sie bereits voriges Jahr für meine tschechischen Leser beschrieben, es war aber nicht machbar, gleichzeitig mit dem tschechischen Text auch einen deutschen zu schreiben. Weil ich allerdings glaube, es könnte ein Paar deutschsprachige Leute geben, die meine Erlebnisse ansprechen und […]