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Die Reise über die Grenze in den Coronazeiten

Ich sage voraus, dass ich immer ein Befürworter der Maßnahmen zum Eindämmen der Pandemie war, solange diese logisch, begründbar und verständlich waren. Ich bin ein Befürworter der Impfung, weil dies meiner Meinung nach der einzige Weg ist, wie man die Pandemie überwinden kann. Natürlich konnte man manche Sachen rationaler machen und zum Beispiel anstatt des wochenlangen Leugnens der Thrombosen, die mit der Impfung mit dem Vakzin Astra Zeneca verbunden waren, einfach zugeben, dass es diese Thrombosen gab und dass sie beinahe ausschließlich Frauen vor der Menopause betrafen und dass diese Gruppe aus der Impfung mit diesem Vakzin ausgenommen werden sollte.

Ich bin auch ein Befürworter des Tragens der FFP2 Masken in geschlossenen Räumen und ich bin überzeugt, hätte man in Sommer genug von diesen Masken gekauft oder produziert und gleich in Oktober das Tragen von ihnen befohlen, solange die Akzeptanz bei der Bevölkerung noch ausreichend hoch war, hätte man sich einen großen Teil des Lockdowns und viele Tote ersparen können.

               Niemals habe ich ganz verstanden, warum kleine Geschäfte geschlossen werden mussten (und die großen offenbleiben durften), solange Menschen dort die FFP2 Masken getragen hätten und auch nicht das Verbot der Unterkunft in den Appartements um die Schipisten, die im Betrieb bleiben durften. Möglicherweise spielte hier die Angst, dass die Menschen in den Appartements sich gegenseitig besuchen und zusammen trinken würden, eine Rolle. Warum man im Freien kein Doppel beim Tennis spielen darf, verstehe ich auch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Beinahesenior beim Single verletzen könnte, ist tausendmal höher als sich dabei mit Covid anzustecken. Aber o.k. Verboten ist verboten, dann spielen wir halt nicht.

               Trotz dieser Einwände war ich für das Einhalten der Regel. Bis ich mich entschieden habe, meine Mutter in Tschechien zu besuchen. Es war nämlich nach einem halben Jahr bei ihrem Alter von 84 Jahren schon dringend notwendig. Dafür musste ich aber die österreichisch-tschechische Grenze überqueren. Weil ich ein disziplinierter Bürger bin, entschied ich mich, es nach den gegebenen Regeln zu tun. Und das zeigte mir die Absurdität des gesamten Systems.

               Ich muss zuerst klarmachen, dass ich seit Februar geimpft bin – dieses Privileg habe ich mir durch die Arbeit auf der Intensivstation bei den Covidpatienten verdient. Ich habe eine Bestätigung über die Anwesenheit der Antikörper gegen Coronavirus in meinem Blut, also über eine ausreichende Immunisierung und wie wir wissen, reduziert die Impfung auch die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus anzustecken und das Virus weiter zu verbreiten um sagenhafte 96%. Diese Tatsache wird aber nirgends berücksichtigt, sie spielt bei den Vorschriften, die die Bewegungsfreiheit einschränken, keine Rolle.

               Der Übertritt der Grenze ist nur mit einem negativen Antigentest aus den letzten 24 Stunden möglich. Das ist kein so großes Problem, weil ich im Krankenhaus arbeite, wo ich ohnehin zu wöchentlicher Testung verpflichtet bin. Es ist mir gelungen auch bei einer wahnsinnigen Arbeitsbelastung im letzten Moment noch unseren Laborassistenten Laszlo zu erwischen, der diese Tests am Freitag machte, noch bevor er den Testraum verließ. Er war sehr lieb, machte bei mir den Test und ich durfte nicht vergessen vor dem Verlassen meines Arbeitsplatzes die Bestätigung auszudrucken.

               Bereits am Donnerstag füllte ich in der Webseite der tschechischen Botschaft in Österreich ein Onlineformular über meine Absicht, die Tschechische Republik zu besuchen, aus. Es war ziemlich lustig. Als ich den Ort Starojicka Lhota angegeben habe, den ich besuchen wollte, bekam ich eine Antwort, dass dieser Ort unbekannt wäre. Ich gab also die benachbarte Marktgemeinde Stary Jicin an. Wieder mit einem negativen Ergebnis. Ich gab die Bezirkshauptstadt Novy Jicin an. Der Computer kannte nicht einmal diese Stadt, er verlangte von mit um so energischer das wahre Ziel meiner Reise anzugeben. Aus Verzweiflung gab ich die Kreishauptstadt Ostrava an. Siehe, der Computer kannte das. Die nächste Frage war, ob ich mit einem Kind jünger als 18 Jahre reisen würde. Ich klickte „nein“ an und sandte das Formular ab. Die Stelle wurde bedrohlich rot und verlange „mindestens ein Kind unter 18 Jahre anzugeben.“ Ich wurde unsicher. Ich kontrollierte, ob ich nicht zufällig bei der Frage, ob ich mit Kindern reise, das „ja“ aktivierte. Nein, aktiviert war der Punkt „nein“. Ich sandte das Formular erneut ab und der Computer schrieb mir das gleiche. Ohne mindestens ein Kind unter 18 Jahre keine Einreise nach Tschechien! Ich begann nachzudenken, wo ich mir so ein Kind ausborgen könnte und ob es mit mir fahren möchte.

               Die rettende Idee war, die Seite zu verlassen und dann wieder zu öffnen. Jetzt verlangte das Formular kein Kind mehr. In diesem Moment fiel mir ein, die deutsche Tastatur auf meinem Computer gegen die tschechische auszutauschen. Damit hatte ich die „Striche und Hackerl“ zur Verfügung. Ich gab „Starý Jičín“ an – und es hat funktioniert! Wie das ein Österreicher machen soll, der diese Tastatur auf seinem Computer logischerweise nicht hat, weiß ich nicht. Die Österreicher und Deutschen müssen also nur nach Praha, Brno, oder Ostrava fahren, also in die Ortschaften, die in ihren Namen keine Striche und Hackerl haben.

               Ich durfte also die Reise antreten. An der Grenze kontrollierte mich niemand, kein Zollbeamte war in Sicht, weder an der österreichischen noch an der tschechischen Seite. Obwohl auf meinem Beifahrersitz ein ausgefülltes und ausgedrucktes Formular, mein Impfpass, sowie auch die Bestätigung über den negativen Antigentest lag.

               Nur an der ersten Tankstelle verstand ich, dass ich noch nicht gewonnen habe. Mein Wunsch, eine Autobahnvignette zu kaufen, wurde abgeschlagen. Es wäre nur online möglich. Ich muss betonen, dass ich ein Analogtyp bin und das Internet auf dem Handy hasse – schon deshalb, weil dort alles sehr klein ist und ich dort kaum etwas lesen kann. Die Dame an der Tankstelle war aber sehr lieb und teilte mir mit, dass man die Vignetten an den Tankstellen der Firma Eurooil kaufen könnte, allerdings befand sich im Umkreis von 100 Kilometer keine solche Tankstelle. Dann verriet sie mit aber, dass es an der Grenze einen Automaten gab. Ich müsste nur zurück zur Grenze fahren, an den LKW-Abstellplatz abbiegen und dort gäbe es den Automaten, wo man die Autobahnvignette kaufen konnte. Sie gab mir sogar eine Zeichnung, wie ich den Automaten finden konnte, weil „er ist versteckt, damit ihn die Menschen nicht finden“ (Ende des Zitates). Dank dieser Zeichnung fand ich den Automaten wirklich. Von beiden Seiten mit Schranken unzugänglich gemacht, damit man mit dem Auto nicht hinkommen konnte. Der Einkauf der Vignette war selbsterklärend und einfach – sogar für eine analoge Person wie mich – und die Vignete ist für Dauer eines Jahres gültig, also nicht nur für das Kalenderjahr. Das war die erste positive Überraschung. Wie aber diese Situation ein gebürtiger Österreicher oder Deutscher meistern kann, der der tschechischen Sprache nicht mächtig ist, blieb für mich ein Rätsel.

               Ich kam zu meiner Mutter und trat die verpflichtende fünftägige Quarantäne an. Dem negativen Test, Impfung und Antikörpernachweis zum Trotz. Freilich gab es eine Möglichkeit sich aus der Quarantäne durch einen negativen PCR-Test freitesten zu lassen. Beim besten Willen konnte ich aber in dem ganzen Nordmährischen- sowie auch Olmützerkreis, also im Umkreis ca. 150 Kilometern, keine einzige Teststelle finden, wo man sich zwischen Freitag und Montag 16 Uhr testen lassen konnte. Also habe ich auf der Webseite einen Termin in Nový Jičín für Montag, 16 Uhr reserviert. Bis zu diesem Zeitpunkt durfte ich das Haus meiner Mutter nicht verlassen und keine Besuche empfangen. Bezahlen musste man direkt bei der Bestellung online, ob man dann auch zu dem Termin kommt, war meine Sache. Die Kosten 1350 Kronen – ungefähr 54 Euro.

               Am Montag ließ ich mich testen und nach dem negativen Ergebnis erhielt ich die Bewegungsfreiheit. Theoretisch, nicht praktisch. Das Ergebnis erhält man nämlich binnen 48 Stunden. Also konnte ich eigentlich zu keinem, weder früheren noch späteren, Termin als am Montag zum Test gehen, weil sonst bis Mittwoch, als ich zurückfahren musste, das Ergebnis nicht fertig wäre. Es ist sicher gut, dass das Testergebnis 72 Stunden gültig ist, damit kann man zumindest 24 Stunden Freiheit genießen. Genießt man aber nicht, weil Mittwoch der letzte mögliche Tag war, zurückzufahren, damit man die fünftägige Pflichtquarantäne in Österreich antreten konnte. Der Grund?

               Trotz der Impfung, der nachgewiesenen Antikörper und des aktuellen negativen PCR-Tests musste man für weitere fünf Tage in der Quarantäne zu Hause sitzen, um sich dann am Sonntag wieder testen zu lassen, um in die Arbeit gehen zu dürfen. Sonst wäre der Arbeitsgeber nicht verpflichtet, das Gehalt zu zahlen, wenn ich die ganzen vorgeschriebenen zehn Tage zu Hause bleiben würde. Abgesehen davon, wer an meiner statt inklusiv der Nachtdienste arbeiten würde. Natürlich musste ich vor der Abfahrt in Richtung Österreich wieder ein Onlineformular ausfüllen, damit die österreichischen Behörden wussten, dass sich so eine brandgefährliche Person in Richtung österreichische Grenze in Bewegung setzt.

               An der Grenze kontrollierten mich österreichische Zollbeamten. Sie waren sehr freundlich, zuvorkommend, aber genau. Sie verlangten den Reisepass, das Zertifikat über den PCR Test und die Registrierung. Dabei haben sie entdeckt, dass ich ein falsches Formular ausgefüllt habe. Wo das richtige im Internet zu finden ist, habe ich keine Ahnung. Sie waren allerdings bereit sogar das richtige Formular mit den Daten, die ich in das falsche Formular geschrieben habe, selbst auszufüllen. Es hat gereicht, es zu unterschreiben und dann die Heimreise anzutreten – in die fünftägige Quarantäne. Also grobgerechnet: wenn man nur einen einzigen Tag in Tschechien verbringen möchte, muss man mindestens 10 Tage Urlaub nehmen.

               Solche Maßnahmen, die auch eine geimpfte Person einhalten muss, haben mit einem Hausverstand nichts zu tun. Es ist einfach nur ein Machtspiel und ein Mobbing des Bürgers. Sogar die Verfassungsjuristen machen sich Gedanken, ob es vertretbar ist, die Freiheit eines Menschen, der nachweislich nicht mehr ansteckend sein kann, so massiv einzuschränken. Nur unsere Regierungen nicht! Von der tschechischen und österreichischen Seite gleichermaßen. Ist das nur ein Zufall, dass diese Regierung immer wieder Probleme mit der Verfassung und dem Verfassungsgericht hat? Die Symmetrie der Maßnahmen zeugt allerdings davon, dass diese unsinnigen Maßnahmen nach einer Einigung beider Seiten (der tschechischen und der österreichischen) beschlossen wurden. Wenn man schon die Reisen zwischen den EU-Staaten nicht verbieten konnte, machte man sie zumindest unmöglich. Es ist klar, dass jeder, der diese alle Regel einhalten würde (mein Beispiel) sich logischerweise wie ein Trottel fühlen müsste. Es wundert mich nicht, dass die absolute Mehrheit der Menschen solche Vorschriften ignoriert. Fatal ist aber eine andere Sache. Wenn man schon bestimmte Regel, die man wirklich nicht einhalten kann, ignoriert, hält man sich auch an die anderen Regeln nicht. Weil sie von den gleichen Personen, also von unseren Politikern bestimmt wurden. Von denen, die um unsere Stimmen kämpfen werden. Ich sage gleich, meine haben sie schon verloren.

               Ich mag niemanden, der einen Dummkopf aus mir machen will. Weil ich mich in meiner Würde beleidigt fühle.

               Ich bin sehr gespannt, wie es die Regierung mit dem Frohleichnam regeln würde, wo sich schon halb Österreich Unterkünfte in Norditalien gebucht hatte. Wenn sich nichts ändern würde, dann verbringen sie alle bei der Rückkehr mindestens 24 Stunden an der Grenze bei den Kontrollen und danach 5 Tage in der Quarantäne. Abgesehen davon, ob es genug PCR Tests in Grado geben würde. Ich wünsche einen schönen und entspannten Aufenthalt. Zumindest werden sie aber wissen, wem sie dafür zu danken haben.

NACHTRAG. Gestern habe ich erfahren, dass eine Lockerung der Maßnahmen kommen sollte. Infolge der Äußerungen der Verfassungsjuristen oder wegen Frohleichnam? Für mich aber definitiv zu spät.

Sputnik V – ein Impfstoff oder nur ein Politikum?

               Schon wieder Sputnik! Unser Kanzler will nicht loslassen und er kündigt schon wieder eine Million Dosen dieses Impfstoffes an. Ist Sputnik V ein gutes oder ein schlechtes Vakzin? Ist es ein Teil des hybriden Krieges, den Russland gegen die EU führt oder ist diese Hypothese nur ein hysterischer Schrei der Gegner Putins?

               Dass Sputnik V ein Politikum ist, entschieden die Russen selbst in dem Moment, als sie dem Vakzin seinen Namen gaben. Das Sputnik war doch einer der größten Erfolge der sowjetischen Wissenschaft, als sie ihre Überlegenheit im Kampf um das Weltall über die USA demonstrierte. Übrigens Sputnik V brachte ins All zwei Hündinnen Belka und Strelka gemeinsam mit 40 Mäusen und 2 Ratten und es ist das erste Mal gelungen, lebende Wesen wieder zurück zur Erde zu holen. (Die erste Hündin Laika in Sputnik II wurde ins All nur geschossen, ohne mit einer Rückkehr überhaupt zu rechnen). Strelka hatte später sechs Welpen, ein davon, Puschinka, wurde Caroline Kennedy, der Tochter Johns F. Kennedy geschenkt. Aber das nur am Rande.

               Wenn man also einen Impfstoff mit einem Namen benennt, der ein Symbol für die größten Erfolge der Geschichte bei der Bemühung die Welt zu beherrschen ist, gibt man der ganzen Sache vorhinein eine politische Bedeutung. Schon hier sieht man eindeutig den Grund, warum dieser Impfstoff von Russen so aggressiv vermarktet wird. Obwohl damit zu Hause weniger als 3% der Bevölkerung geimpft wurde. Der Schutz der eigenen Bevölkerung ist offensichtlich nicht das primäre Ziel dieses Vakzins.

               Lassen wir aber Emotionen bei Seite (wenn es überhaupt möglich ist) und betrachten wir nur die sachliche Seite der ganzen Angelegenheit.

               Die Idee des Impfstoffes Sputnik V ist grundsätzlich nicht schlecht. Es handelt sich um einen Vektorimpfstoff, er arbeitet also auf einem ähnlichen Prinzip, wie es auch die Wissenschaftler von der Universität Oxford für die Firma Astra-Zeneca entwickelt haben. Es handelt sich um ein genetisch manipuliertes Adenovirus, das sonst bei Menschen für die üblichen respiratorischen Infekte verantwortlich ist. Dieses Virus wurde auf seiner Oberfläche so verändert, dass es wie Coronavirus aussieht aber trotzdem die Eigenschaften eines harmlosen Adenovirus behält. Er verursacht also einen leichten respiratorischen Infekt, den man kaum bemerken würde, es werden aber dadurch Antikörper gebildet, die im Falle, dass man mit dem echten Coronavirus angesteckt wird, dieses Virus unschädlich machen. Es geschieht gerade wegen dieser Ähnlichkeit der Oberfläche des Virus im Impfstoff mit dem Coronavirus-Original, die das menschliche Immunsystem voneinander nicht unterscheiden kann. Die Schwachstelle der Vektorvakzinen ist die Tatsache, dass, wenn man einen Infekt mit dem Adenovirus bereits in seinem Leben durchgemacht hat, und das Virus dem Immunsystem dadurch bekannt ist, keine Antikörper gebildet werden und man gegen Coronavirus schutzlos bleibt. Um diese Tatsache zu umgehen, verwendeten die Wissenschaftler von Oxford ein Virus, das Infektionen bei Schimpansen, nicht aber bei Menschen verursacht. Die Russen verwendeten zwar ein menschliches Adenovirus, zur Sicherheit gibt es aber in dem Impfstoff zwei Stämme, was die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Infekt mit beiden Typen des Adenovirus durchgemacht hat, reduziert. Natürlich, je älter der Mensch ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bereits beiden Viren begegnet ist, diese Tatsache ist aber nicht wirklich bedeutend, da die Hauptzeit des menschlichen Lebens, in der man Infekte mit Adenoviren durchmacht, die Zeit von Kinderkrippe, Kindergarten und der Volksschule ist.

               Der Idee kann man nichts vorwerfen, das Prinzip sollte funktionieren. Es gibt aber ein anderes Problem und das ist die industrielle Produktion des Impfstoffes. Über das Niveau und die Qualität der russischen industriellen Produktion ist einiges bekannt. Gerade die fehlende Qualität der Produkte ist der Hauptgrund, warum Russland auch in dem einundzwanzigsten Jahrhundert in seinen Exporten überwiegend nur bei Erdgas und Erdöl bleiben muss. Nur in einem Industriezweig erreichen die Russen eine Spitzenqualität, und das ist die Waffenproduktion – sie gehören auf diesem Gebiet zu den größten Exportären. Meine Generation kann sich noch erinnern, wie die Produktion in den kommunistischen Ländern vor dem Jahr 1989 funktioniert hat. Wenn die Partei befahl und einen Plan erstellte, musste dieser unter allen Umständen eingehalten werden. Entscheidend war die gelieferte Menge der Produkte, ihre Qualität war absolut nebensächlich. Wenn es sich diesmal um ein strategisches Produkt handelt, das dem Russland Putins helfen sollte, die Welt zu beherrschen oder zumindest ein Gefühl der Dankbarkeit und der Bewunderung zur Folge haben sollte, muss der Plan unter allen Umständen eingehalten werden. Diese Denkweise war auch die Ursache der Katastrophe von Tschernobyl. Ich glaube nicht, dass sich in dem russischen Denken in diesem Punkt zwischenzeitlich etwas geändert hätte.

               Also sie wichtigste Frage ist, wie weit stimmt der produzierte Stoff mit dem experimentalen Stoff, der im Labor entwickelt und danach angeblich an den Soldaten und Staatsbeamten, sowie auch in drei Ländern, nämlich in Venezuela, Weißrussland und Indien geprüft wurde, überein. Die Glaubwürdigkeit der Studien zweifelte etwas unglücklich Vladimir Vladimirovic selbst an, als er erklärte, dass der Stoff eine Wirksamkeit von über 90% hätte, noch bevor die Zulassungsstudie überhaupt begonnen hatte. Dass die Ergebnisse seine Ankündigung bestätigt oder sogar übertroffen haben, hat niemanden, der russische Verhältnisse kennt, gewundert. Nur Zweifel konnte das nicht zerstreuen. Es gibt kaum einen russischen Arzt, der Ergebnisse liefern würde, die die Worte des obersten Führers nicht bestätigt hätten. In Russland sterben Ärzte aus viel kleineren Gründen, wie zum Beispiel der betreuende Arzt von Alexej Navalny in Omsk, oder die Direktoren der Krankenhäuser, die sich geweigert haben, ihre Krankenhäuser zu Covid-Spitäler umzuwandeln, solange sie keine Schutzmittel für das Personal bekommen würden.

               Hier sind wir genau bei dem Problem angelangt. Funktioniert der industriell erzeugte Sputnik oder nicht? Ist er mit dem überprüften experimentalen Stoff ident oder handelt sich um ein Fläschchen mit einem Stoff, der zwar nicht schadet, aber auch nicht hilft? Ein peinlicher Rückschlag für Sputnik war eine Covid-Erkrankung des argentinischen Präsidenten, der sich bereits im Januar vor den laufenden Kameras mit Sputnik impfen ließ. Ungarn, das mit Sputnik schon einige Monate impft, hat gegenwärtig die höchste Sterblichkeit (umgerechnet auf die Bevölkerungszahl) weltweit. Das Land hat unter der weisen Führung des Diktators Viktor, der sich dafür vom Parlament alle Rechte zusichern ließ und für die Zeit der Epidemie keine parlamentarische Kontrolle fürchten muss, wirklich den westlichen Nachbar Tschechien in der Disziplin „Best of Covid“ überholt und vom ersten Platz in der Zahl der Toten abgelöst. Es drängt sich die Frage auf, wie ist es möglich, dass bei der hohen Impfungsrate der ungarischen Bevölkerung die Sterblichkeit nicht sinkt, sondern sogar steigt. Kann es sein, dass eine nicht funktionierende Scheinimpfung den Menschen ein falsches Sicherheitsgefühl bietet? Funktioniert sie dann überhaupt? Die Infektionszahlen explodieren derzeit auch in der Türkei, in Brasilien und Indien – alle Länder, die auf Sputnik bei der Impfung gesetzt haben. Die Türkei hat auch mit chinesischem Vakzin Sinopharm geimpft, die Chinesen gaben inzwischen ehrlich an, dass dieses Vakzin beinahe wirkungslos ist.

               Die Vektorvakzinen lösen meistens eine Impfreaktion aus, also Symptome einer Infektion mit Adenovirus. Leider auch unangenehme Nebenwirkungen. Weil sich hier um ein genetisch manipuliertes Coronavirus handelt, das ein Weltmeister in Bildung von Blutgerinnsel (also Thrombosen) ist, erschienen ziemlich logisch (obwohl sehr selten, aber mit der Impfung in einem eindeutigen Zusammenhang stehende) Thrombosen in den Gliedmaßen, in der Lunge und leider auch in den Sinusvenen im Hirn.  Diese Komplikationen könnten sogar tödlich sein. Zum 15. April wurde weltweit 86 Thrombosen der Hirnvenen registriert (bei 26 Millionen geimpften), 19 davon endeten tödlich. Neu wurden sehr seltene Thrombosen auch bei der Impfung mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson registriert. (Ebenfalls ein Vektorimpfstoff). Sputnik arbeitet auf dem gleichen Prinzip, über das Auftreten von Thrombosen fehlen bei diesem Stoff jegliche Zahlen. Ein ungarischer Kollege meines Schwiegersohnes wurde mit Sputnik geimpft, ohne die geringsten Nebenwirkungen zu verspüren. Keine erhöhte Temperatur, keine Gliederschmerzen – mein Schwiegersohn lag nach der Impfung mit Astra Zeneca einen Tag im Bett. Verlässliche Informationen über die Zahl der Menschen, die trotz einer Impfung mit Sputnik an Covid-19 erkrankten und über die Zahl der Thrombosen in Zusammenhang mit dieser Impfung können wir von den staatlich kontrollierten ungarischen Medien nicht erwarten. Sputnik ist doch ein Herzensprojekt Viktor Orbans. Aus Russland gibt es dann überhaupt keine Daten bezüglich der Nebenwirkungen.

               Verlässliche Informationen gibt es nicht, symptomatisch ist, dass die Russen weder der EMA noch dem slowakischen Institut für Medikamentenzulassung die benötigten Unterlagen lieferten. Die größte Blamage war es, als die Slowaken festgestellt haben, dass der gelieferte Stoff eine andere Zusammensetzung hatte als der Stoff, dessen Ergebnisse in der Zeitschrift Lancet publiziert wurden. Es folgte eine wütende russische Reaktion, die Russen wollten ihren Stoff sofort zurück. Unter dem Vorwand, dass die Slowaken den Stoff überprüfen lassen habe, obwohl es angeblich in dem (geheimen) Vertrag ausdrücklich verboten war.  Laut einer Umfrage würden sich 53 000 Slowaken ausschließlich mit Sputnik impfen lassen, weitere 500 000 wären damit einverstanden, sollte kein anderer Impfstoff zu Verfügung stehen.

               Wie ein Geschenk Himmels konnten die Russen die tragische Darstellung der Firma Astra-Zeneca hinnehmen, die nicht im Stande war, die vereinbarte Mengen des Impfstoffes zu liefern und dann kamen die Berichte über tödliche Komplikationen noch dazu. Eine ganze Reihe der europäischen Staaten stützten ihre Impfstrategie gerade auf diesen Impfstoff.

               Interessant war die Meinung eines deutschen Epidemiologen, der meinte, er hätte nichts gegen Impfung mit Sputnik – wenn dieser unter kontrollierten Bedingungen in Deutschland produziert wäre. Damit kann man einverstanden sein. Das Patent ist nicht schlecht, die russische Wissenschaft ist nicht notwendig prinzipiell abzulehnen. Nur mit der Qualität und mit der Glaubwürdigkeit haben die Russen ein traditionelles Problem.

               Natürlich drängt sich die Frage auf, warum Kanzler Kurz immer wieder mit der Sputnik-Karte spielt. Er hat bestimmte Versprechungen gemacht und die sind wahrscheinlich mit den westlichen Vakzinen (besonders bei den Problemen mit Astra Zeneca) nur schwer einzuhalten. Aber Impfung ist nicht nur hier, um die Impfstrategie durchzuziehen und dann den Erfolg abzuhacken. Sonst wird der Impfstoff zum bloßen Politikum. Es geht dabei nicht primär um die Punkte bei den Umfragen! In erster Linie sollte die Impfung vor der Erkrankung schützen. Derzeit sieht man das weder in Ungarn noch in Brasilien, Indien oder Türkei. Warum also sollte es in Österreich anders sein?

               Meiner Meinung nach gehört die Zukunft ohnehin den mRNA Impfstoffen. Die Vektor- und andere Vakzinen werden auf dem Markt nur eine untergeordnete Rolle spielen.

               Also ich halte Sputnik als Impfstoff in Österreich für keine gute Idee.

Budesonid – eine neue Hoffnung in der Therapie von Covid 19

Nach vielen enttäuschten Hoffnungen mit verschiedenen Medikamenten (Hydrochloroquin oder Remdesivir) öffnet eine neue STOIC Studie der Forscher aus Oxford unter der Führung von Sanjay Ramakrischman, die am 9.4.2021 in der Zeitschrift Lancet publiziert wurde, neue Perspektiven.

               Diese allerdings kleine Studie mit lediglich 146 Patienten bewies eine klinische Besserung bei Probanden, die bei einer COVID 19 Infektion mit inhalativem Kortikoid Budesonid behandelt wurden. Diese Wirkung ist auch pathophysiologisch erklärbar, da inhalatives Kortikoid antientzündlich wirkt, die Expression des für den Eintritt in die Zelle notwendigen Angiotensin Converting Enzyme (ACE 2) in der Lunge reduziert und in Zellkultur-Experimenten die Replikation der Coronaviren hemmt.

               Die Ergebnisse sind ermutigend, allerdings müssen sie auch mit Vorsicht umgesetzt werden. Wie bereits gesagt, die Studie war sehr klein und der Endpunkt der Studie „weich“. Es handelte sich um die Anzahl der Patienten, die Hilfe in der Notambulanz gesucht haben. Im Studienarm mit Budesonid war es ein einziger Patient, im Arm mit der Standarttherapie ohne Budesonid waren es 14% der Probanden. (Ein „harter“ Endpunkt wäre zum Beispiel die Sterblichkeit, dafür war die Studie aber viel zu klein). Der Besuch der Notambulanz hängt sehr vom subjektiven Wohlbefinden des Patienten ab und liefert keine objektiven Kriterien. Trotzdem sind diese Ergebnisse ermutigend. NNT, das heißt die Zahl der Patienten, die behandelt werden müssten, um einen Besuch in der Notambulanz mit COVID 19 Infektion zu verhindern, lag bei acht, was eine sehr gute Zahl wäre.

               Diese Studie unterstützt auch die Beobachtung, dass bei Patienten mit Asthma bronchiale, die primär als Risikogruppe für schwere Verläufe der Covidinfekten definiert waren, die Erkrankungen eher mild verliefen und es gab keine erhöhte Sterblichkeit bei dieser Gruppe zu beobachten. Ein therapeutischer Versuch bei nachgewiesener Infektion mit COVID 19 mit Budesonid wäre also prinzipiell zulässig, obwohl auf größere klinische Studie ungeduldig gewartet wird.

               Pulmologen werden infolge dieser neuen Kenitnissen mit zwei grundlegenden Fragen von Seite ihrer Patienten konfrontiert.

               Erstens – ist es sinnvoll prophylaktisch, also auch ohne einer nachgewiesenen Covidinfektion Budesonid zu inhalieren? Hier gibt es ein klares „Nein“! Alle inhalative Kortikoide haben auch mögliche Nebenwirkungen, unter anderen eine erhöhte Gefahr von bakteriellen Lungenentzündungen oder Reaktivierung einer latenten Infektion mit Mykobakterien, also Tuberkulose.

               Zweitens – sollten Asthmatiker, die ein anderes inhalatives Kortikoid in ihrer Therapie verwenden, prophylaktisch auf Budesonid umgestellt werden? In der pulmologischen Praxis werden folgende Kortisonpräparate verwendet: Budesonid, Beclometason, Fluticason, Ciclesonid und Mometason. Ihre „Stärke“ wird als Koeffizient zu Referenzstoff Dexametason definiert und beträgt bei Budesonid 9,3, bei Beclametason 13,5 bei Fluticason 18. In der Halbwertzeit oder bei der Bindung an die Plasmaproteine sind alle Stoffe vergleichbar. Also man könnte zwar eine vergleichbare protektive Wirkung aller inhalativen Kortikoiden erwarten, obwohl dazu – wie die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) in ihrer Stellungnahme betont – derzeit keine klinischen Daten verfügbar sind. Daher ist zu vermeiden, die Ergebnisse der STOIC Studie auf die gesamte Klasse der inhalativen Kortikoiden zu projizieren.

Warum in der Oxford- Studie Budesonid gewählt wurde, hängt mit der engen Beziehung der Universität Oxford mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca zusammen. (Auch die – derzeit viel diskutierte – Vakzine von Astra-Zeneca ist ein Produkt der Forscher aus Oxford). Und Astra-Zeneca verwendet in ihren inhalativen Asthmamedikamenten (Pulmicort, Symbicort) Budesonid als inhalatives Kortison. Es ist also notwendig, ähnliche Studien auch mit den anderen Präparaten durchzuführen, sowie aber auch eine viel größere klinische Studie mit inhalativen Kortikoiden fertig zu stellen. Das wäre auch die Voraussetzung, die Zulassung dieser Therapie durch EMA (European Medicines Agency) zu veranlassen. In einer solchen Studie mit 2617 Patienten, die noch nicht publiziert ist, allerdings bereit zur Veröffentlichung eingereicht wurde, wurde in dem Budesonidarm 8,5% stationäre Aufnahmen und Todesfälle in der Kontrollgruppe 10,3% solche Ereignisse beobachtet. Der Unterschied war statistisch signifikant, also Budesonid trug zur Verbesserung der Prognose bei.

Derzeit gibt es allerdings keine Notwendigkeit, die laufende Asthmatherapie, solange sie gut funktioniert und der Patient von der Seite seines Asthmas gut eingestellt ist, umzustellen.

               Laut der Stellungnahme der ÖGP ist es derzeit noch nicht seriös möglich, endgültige Schlüsse für die frühzeitige Behandlung von COVID-19 mit inhalativen Kortikoiden zu ziehen. In der Studie STOIC handelt sich allerdings um einen neuen ermutigenden Ansatz in der Suche nach einer wirksamen Therapie der Covid 19 Infektion.

Massnahmen gegen Coronaverweigerer – ein Vorschlag

Die ewige Frage: Was mit den Anticoviddemonstranten tun, die sich an den antiepidemischen Regeln nicht halten?

  1. Finanzielle Strafen sind keine Lösung. Sie werden großteils nicht bezahlt und sind schwer zu fordern.
  2. Verpflichtung zu 2 Tage Zwangsarbeit auf den Intensivstationen mit Covid Patienten wäre zwar lehrreich und klingt gut, aber so ein Gerichtsurteil ist nicht schnell zu bekommen und bei Verweigerung schwer zu fordern. Natürlich dürften dann die Covid Verweigerer dort ohne Maske und ohne Schutzaufrüstung zu arbeiten, man darf sie dazu nicht zwingen.
  3. Einfache Lösung: Die Teilnehmer werden identifiziert und dann ihrer Krankenversicherung gemeldet. Die Versicherung hätte dann das Recht, (nicht die Verpflichtung) den Vertrag mit dem Versicherten für die Leistungen, die mit der Behandlung einer Covid Infektion verbunden sind, zu kündigen. Also, wenn der Demonstrant dann mit Covid erkrankt, verzichtet er entweder auf die Behandlung oder er zahlt sie privat. Ich glaube, das ist fair, da aufgrund des Solidaritätsprinzipes wir derzeit alle den kranken COVID Verweigerern ihre Behandlung zahlen müssen.

Wenn ihr das gerecht findet, schickt es weiter.

Plage mit dem Vakzin Astra/Zeneca

               Diese Diskussion ist derzeit sehr heiß. Ist der Impfstoff von Astra Zeneca weniger gut? Schützt er weniger und hat mehr Nebenwirkungen? Die Experten kämpfen tapfer gegen die öffentliche Meinung, die sich bereits gegen diesen Impfstoff stellte. Wo ist also die Wahrheit?

               Das wird sicher ganz schwer zu beurteilen sein. Alle Diskussionen, die Coronavirus betreffen, sind äußerst emotional, die Suche nach einer objektiven Wahrheit ist einfach „Mission impossible“.

               Zuerst aber eine Kurzfassung – womit unterscheidet sich der Impfstoff Astra Zeneca von den Impfstoffen Pfizer/Biontech und Moderna?

               Die Impfostoffe der letzten zwei Firmen arbeiten mit mRNA System, also auf der Basis der messenger Ribonukleotidsäure. Es ist eine neue Technologie, die aber nicht gezielt für das Vakzin gegen Coronavirus entwickelt wurde. In Zukunft werden wahrscheinlich alle Impfstoffe diesen Weg gehen. Bis vor kurzem waren die Nanotechnologien nicht so weit entwickelt, um so ein „Schneiden“ des Virus zu ermöglichen damit die Identifikation seiner einzelnen Teile möglich wäre. (Also fachlich gesagt, der Einfluss des Genotyps auf den Phänotyp). In Prinzip kodiert der Impfstoff lediglich das „Spike protein“ des Virus also das Eiweiß, mit der sich das Virus an die oberflächlichen Strukturen der menschlichen Zelle bindet und in sie eintritt. Das gesamte Aussehen des Virus kann diesem Impfstoff gestohlen bleiben. Um die Wirksamkeit zu verlieren, müsste sich dieses Protein wesentlich ändern, was für das Virus ein Problem sein könnte – sein Eindringen in die Zelle müsste dann nicht mehr funktionieren.

               Astra Zeneca ist – ähnlich wie das russische „Sputnik V“, eine Vektorvakzin. Es handelt sich um ein genetisch verändertes Adenovirus, das man nur bei Schimpansen trifft (bei Sputnik sind das zwei menschliche Adenoviren), das an seiner Oberfläche so verändert ist, dass es wie das Coronavirus aussieht. Das Immunsystem erkennt es, identifiziert es als einen Schädling (obwohl dieses Adenovirus für einen Menschen nicht pathogen ist, also keine Krankheit bei ihm auslösen kann) und wenn sich dann der Mensch mit dem echten Coronavirus ansteckt, hält es das Immunsystem für das Adenovirus und greift es an. Die Idee ist grundsätzlich gut, es schlichen sich aber unzählige Fehler ein, besonders bei PR.

  1. Erstens, Astra Zeneca übergab die Unterlagen an die EMA (Europäische Medikamentenzulassungsbehörde) später als die anderen Unternehmen. Der Grundsatz jeder Werbung ist: Man muss in seiner Kategorie der erste sein – wenn das nicht der Fall ist, muss man eine neue Kategorie erfinden. Astra Zeneca tat es nicht, Pfizer/Biontech und Moderna waren einfach schneller.
  2. Das Unternehmen im Bewusstsein, dass sich besonders die „sparsamen“ Länder im Mitteleuropa auf seinen Stoff verlassen haben, begann ein gefährliches Poker zu spielen. Offensichtlich verrechnete sich das Management bei Preisverhandlungen mit der EU im Preis und entschied sich jetzt den Stoff an die Länder zu liefern, die bereit waren, mehr zu zahlen. Dazu log die Firma über Produktionsausfälle, die sie dann nicht nachweisen konnte. Lange lehnte sie auch arrogant die Verhandlungen mit Politikern aus Brüssel ab. Die Verpflichtungen gegenüber der EU, die mit 300 Millionen Euro zur Entwicklung des Vakzins beigetragen hatte, wurden von Astra Zeneca einfach ignoriert. Die Folge war ein Mangel an dem Vakzin und nur langsamer Start der Impfung.
  3. In der Zwischenzeit zeigte sich jedoch, dass die Nebenwirkungen nach der Impfung mit Impfstoff von Astra Zeneca stärker sind als bei mRNA Impfstoffen. Es hat eine bestimmte Logik, da man mit dem ganzen Virus impft und nicht nur mit dem Protein, wie bei mRNA Impfstoffen.
  4. Es zeigte sich, dass die Wirksamkeit des Vakzins doch niedriger ist als bei mRNA Vakzinen. Hier ist aber notwendig am Boden der Realität zu bleiben. Astra Zeneca zeigte zwar die Wirksamkeit 59%, wenngleich die Wirkung bei Pfizer über 90% liegt. Bei den wirkungslosen Fällen handelte sich aber um Personen, die Krankheitssymptome hatten, weil nur solche Personen getestet wurden. Asymptomatische Personen wurden nicht getestet. Also die Zahl der Patienten, die keine Symptome hatten (also nicht unbedingt den mit Virus angesteckten) reduzierte sich durch das Vakzin um 60%. Keiner von den Testpersonen, die trotzdem krank wurden, musste aber im Krankenhaus behandelt werden und keine starb. Todesfall in Zusammenhang mit dem Infekt mit Covid 19 bei geimpften Personen war nur einer und das bei Moderna. Ob dieser Mensch wirklich an Covid-Infektion starb, ist noch nicht sicher. Diese Angabe von Astra Zeneca relativiert aber die Tatsache, dass zwischen den Freiwilligen praktisch keine über 65 Jahre alte Personen Jahre waren, wo die Hospitalisierung und Todesrate im Krankheitsfall wesentlich höher ist. Die Tatsache, dass unten den Freiwilligen kaum Menschen der Risikogruppen vertreten waren, reduzierte weiter die Glaubwürdigkeit des Vakzins und manche Länder lassen den Impfstoff nur für die Impfung der Menschen, die jünger als 65 Jahre sind, zu. Hier muss man wahrscheinlich die Ergebnisse „Real life“ Studie in Großbritannien abwarten.
  5. Es zeigte sich, dass der Impfstoff Astra Zeneca nicht gut auf die südafrikanische Mutation des Virus wirkt. Hier ist es aber notwendig zu bemerken, dass Astra Zeneca das EINZIGE Vakzin ist, das mit dieser Mutation überhaupt eine Erfahrung hat. Der Impfstoff wurde nämlich in Großbritannien, Brasilien und eben in Südafrika geprüft. Kein anderer Impfstoff wurde in Südafrika getestet und kam also nicht in den Kontakt mit der südafrikanischen Mutation. In Vitro – also im Labor – wurde neunmal niedrigere Wirksamkeit des Impfstoffes bei Vernichtung des Virus gesehen – aber nicht einmal unter diesen Umständen mussten die Infizierten im Krankenhaus behandelt werden und keiner von ihnen starb. Auch hier muss man aber bemerken, dass es sich überwiegend um junge Menschen handelte, die auch sonst die Krankheit in häuslicher Behandlung überstehen.
  6. Zu allen bereits begangenen Fehlern begannen die Manager von Astra Zeneca in der Zeit, als es zu Engpässen in den Lieferungen kam und die zweite Dosis der Impfung nicht gesichert war, zu behaupten, dass eigentlich nicht notwendig wäre, in 4 Wochen-Intervallen zu impfen, sondern es reichen würde, in zwölf Wochen die zweite Dosis zu verabreichen. Sofort erschienen bezahlte „Experten“, die bereit waren nachzuweisen, dass die zweite Impfung nach 12 Wochen eigentlich viel besser sei, da sich viel mehr Antikörper bilden. Obwohl dieses Intervall gar nicht dem Design der Zulassungsstudie entsprach. Die PR-Manager von Astra Zeneca sollten schon längst Arbeitslosengeld beziehen.
  7. Die derzeitige beinahe hysterische Kampagne der Politiker für Impfstoff von Astra Zeneca wirkt sehr unglaubwürdig und reduziert weiterhin das Vertrauen der Bevölkerung in den Impfstoff. Es gibt dafür einen einfachen Grund. Das Unternehmen brachte die Politiker der betroffenen Länder in Schwierigkeiten. Sie setzten auf dieses Vakzin hauptsächlich wegen der Tatsache, dass dieser Stoff leicht zu verteilen ist und keine besondere Kühlung braucht. (Pfizer muss man bei minus 70 Grad lagern, Moderna bei minus 20 Grad, bei Astra Zeneca ist die Kühlschranktemperatur ausreichend). In der Praxis sollte das bedeuten, dass die Politiker und Beamten nichts tun müssten. Es hätte gereicht, einfach den Impfstoff bei Hausärzten zu verteilen und die sollten es dann richten. Keine Impfstraßen nach dem israelischen Vorbild und Anwerben von Ärzten und Pflegepersonal oder sogar Soldaten für die Impfung in diesen Straßen. Ohne Astra Zeneca zeigt sich plötzlich, dass der Staat die Organisierung der Impfung vollständig versäumt hat. Das ist natürlich die größte Katastrophe und man versucht es durch einen hysterischen Ruf, dass alle Impfstoffe gleichwertig sind, zu verschweigen. Sie sind es nicht.
  8. Damit will ich nicht behaupten, dass der Impfstoff Astra Zeneca schlecht wäre. Schlechter als mRNA Impfstoffe ja, schlecht nicht. Sicher dann besser, als ihr angeschlagener Ruf. Er erreicht die Schutzwirkung von Pfizer oder Moderna nicht und hat mehr Nebenwirkungen – Hauptproblem ist aber, dass er zu spät und zu langsam kam und dadurch einen irreparablen Imageschaden erlitt. Vertrauensverlust repariert man nur sehr schwer – besonders in der Zeit, als durch eine gute Erfahrung mit den mRNA Vakzinen die Impfbereitschaft der Bevölkerung steigt. Menschen wollen Vakzinen, mit denen es bereits Erfahrung gibt. Astra Zeneca ist für sie wieder etwas Neues und es ist die ganz normale verständliche Angst, die jetzt die Verwendung des Vakzins blockiert. Es ist unter diesen Umständen verständlich, wenn die Gesundheitsministerium weitere Vakzinen bei Moderna bestellt hat und Astra Zeneca zur Seite schiebt. Was aber mit den Vakzinen, die bereits angekommen sind? An der Reihe waren gerade die Ärzte und ihr Personal aus dem niedergelassenen Bereich – und sie wehren sich gegen diesen Stoff. Sie möchten mit mRNA Vakzin geimpft werden und das steigert das Vertrauen der Bevölkerung zu diesem Stoff natürlich auch nicht besonders.
  9. Der Impfstoff Astra Zeneca ist einfach ein Paradebeispiel einer total vermasselten PR-Strategie. Schlechter geht es gar nicht.

Übrigens, zum Schluss eine Bemerkung für die Befürworter der russischen Vakzin Sputnik V. Kanzler Kurz wollte es angeblich sogar in Österreich produzieren lassen. Sputnik V wurde in Indien, Venezuela und Weißrussland getestet – also in drei „sehr medizinisch entwickelten und verlässlichen Ländern“. Die Wirksamkeit von über neunzig Prozent wurde vom Präsident Putin bestimmt, noch bevor die Studie gestartet ist. Der Artikel in Lancet, auf den sich europäische Russophilen berufen, war eine Arbeit der russischen Wissenschaftler und die Zeitschrift hat ihn nur mit einem Kommentar ergänzt in dem steht, dass WENN DIE EREGEBNISE DER STUDIE DER WAHRHEIT ENTSPRECHEN, würde es sich um ein hoffnungsvolles Vakzin handeln. Die Russen waren aber nicht im Stande (oder nicht bereit) bei EMA um die Zulassung überhaupt anzusuchen und entsprechende Dokumentation zu liefern. Offensichtlich wollten sie dem strengen europäischen Zulassungsverfahren ausweichen (weil eine eventuelle Ablehnung eine echte Katastrophe für ihr Image wäre) und sich auf die Osteuropäische Populisten wie Orban oder Babiš verlassen, die bereit sind mit jedem Stoff zu impfen, nur um ihr eigenes Versagen zu vertuschen. Wenn sie Ungarn mit Sputnik impfen lassen, bin ich nicht bereit, das ihnen auszureden, ich würde aber nicht mitmachen. Übrigens, die Impfbereitschaft der Russen selbst liegt bei schwachen 40 Prozent und Präsident Putin hat sich nicht impfen lassen.

               PR hat aber Sputnik im Vergleich mit Astra Zeneca perfekt. Vladimir Vladimirovic hat gesagt, dass das Vakzin über neunzigprozentige Wirksamkeit hatte und alle drei Länder, wo es geprüft wurde, haben dann diese Zahl auch nachgeliefert. Glauben Sie dann nicht!

               Eine Werbung in der tschechischen Zeitung MFdnes, die dem Oligarchen und Premierminister Babiš gehört, hat geschrieben: „Sputnik ist wie Kalaschnikow. Einfach und verlässlich.“

Ob es die richtige Werbung war? Es drängt sich der Vergleich ein: Wie Kalaschnikow: Ein Schuss, ein Toter.

Spezifische Eigenschaften der Infektion mit Covid 19

               Covid 19 ist ein viraler Infekt, für den ein RNA-Virus aus der Familie Coronaviren verantwortlich ist und es benimmt sich bei seinem Übertragungsweg ähnlich wie die Grippe, deshalb wird es ständig mit Grippe verglichen. „Obergescheite“ Laien, halbgebildete „Experten“ sowie auch politische Ignoranten wollen es nicht lassen, die Erkrankung als eine „Grippe“ zu verharmlosen. Übrigens, die „spanische Grippe“, die 50 Millionen Menschen das Leben kostete, sowie auch die „Vogelgrippe“ oder die „Schweinegrippe“ – alle diese Epidemien wurden durch Mutationen der bekannten Grippeviren Klasse A oder B verursacht.

               Covid 19 zeigt aber bestimmte Eigenschaften, die wir Ärzte einfach nicht kennen. Das Krankheitsbild, das durch den Infekt hervorrufen wird, unterscheidet sich von einer Grippe in einigen entscheidenden Punkten. Was wieder Probleme bei der Therapie und eine erhöhte Sterblichkeit zur Folge hat. Dass die Sterblichkeit bei Covid 19 wesentlich höher als bei Grippe ist, beginnen sogar die hartnäckigen Leugner schweigend zu akzeptieren. Die Studie, die „Experten von Stafforduniversity“ publiziert haben und die Covid 19 eine Sterblichkeit von 0,25% zugerechnet hatte, zählte die Toten nämlich im Sommer – also zu der Zeit, als es keinen einzigen Fall von Grippe gab – also die Sterblichkeit bei Grippe bei Null lag. Auch jetzt, im Winter – fehlt der direkte Vergleich. Aus einem einfachen Grunde, die Anticovidmassnahmen konnten die Verbreitung des Grippevirus vollständig blockieren – nicht aber die Übertragung der Covid-Infektion – braucht noch jemand einen weiteren Beweis, dass dieses Virus viel ansteckender und gefährlicher als die Grippe ist? Herrn Kickl kann ich natürlich nicht überzeugen und ich würde es auch nicht versuchen – mit Zeugen Jehovas ist es auch sinnlos zu diskutieren.

               Jetzt aber konkret zu Spezifika der Infektion mit Covid, wie wir es in unserer täglichen Praxis erleben:

  1. Die Prinzipien der künstlichen Beatmung, wie wir sie von früher kannten, konnten wir vergessen. Als Patienten im Frühjahr nach diesen alten Regeln beatmet wurden, starben sie in einer großen Zahl. Prinzipiell haben wir beim Covid zwei Typen der Lungenbeteiligung – also der viralen Lungenentzündung. So genannter „H“ (high elastance) Typ und „L“ (low elastance) Typ. Es ist notwendig sie unterschiedlich zu beatmen. Die Regel einer schonenden Beatmung mit Luftvolumina 6-8ml/kgKG reichen in vielen Fällen nicht, der hohe Inspirationsdruck (driving Pressure), also Druck mit dem die Luft in die Lunge des Patienten getrieben wird und von dem wir immer Angst hatten, ist bei der Patienten mit Covid häufig unentbehrlich. Der hohe „basale Beatmungsdruck“ so genannter PEEP, der normalerweise bei Lungenversagen verwendet wird, erwies sich als kontraproduktiv. Von der Bauchlagerung bei dem klassischen Lungenversagen (in der medizinischen Terminologie ARDS genannt) profitiert nur die Hälfte der Patienten. Wir sehen immer wieder Patienten mit einer so steifen Lunge, dass wir nicht im Stande sind, die Luft in ihre Lunge überhaupt zu bekommen – und sie sterben. Das ist etwas, was wir bei den Patienten mit Grippe nicht kennen, obwohl auch diese Infektion ARDS verursachen kann.
  2. Covid 19 aktiviert in bisher unbekanntem Ausmaß die Blutgerinnung. Ja, die Blutgerinnung wird allgemein bei allen septischen Zuständen aktiviert, weil sich der Körper bemüht, die infektiöse Herde durch die Blutgerinnsel abzugrenzen, aber die Aktivierung der Blutgerinnung bei Covid 19 ist vielfach höher als bei anderen Infektionen. Die Folge sind Thrombosen in allen Organen. In der Lunge, in den Nieren, der Leber und im Gehirn. Als die ersten Patienten in Italien in Frühjahr obduziert wurden, waren die Ärzte schockiert, dass die Leichen voll mit Thromben waren. Die obduzierenden Pathologen hatten so etwas noch nie gesehen. Wir versuchen diesen Zuständen mit Heparin vorzubeugen, nicht aber immer erfolgreich. Zu Thrombosen und Lungenembolien kann es noch 4 Wochen nach der durchgemachten Infektion kommen.
  3. Die Patienten, besonders die älteren, entwickeln in bisher unbekanntem Ausmaß Delir, also Verwirtheitszustände mit Aggressivität, was die Behandlung ohne Intubation und Beatmung extrem schwierig bis unmöglich macht. Delir ist zwar ein bekanntes Syndrom bei schweren Infektionen bei älteren Patienten (Confusness) und ist mit einer dreißig Prozent höheren Sterblichkeit im Vergleich mit den Patienten ohne Delir verbunden, bei Covid ist aber diese Komplikation extrem häufig. Praktisch alle Patienten leiden noch einige Tage bis Wochen nach dem Ende der Beatmung an schwerwiegende Verwirtheitszustände und brauchen sehr hohe Dosen von Medikamenten, die man sonst in der Psychiatrie verwendet – die natürlich auch mit möglichen schweren Nebenwirkungen belastet sind. Ohne diese Medikamente geht es aber gar nicht. Die Neurologen fanden noch nicht heraus, was die Ursache dieses Symptoms ist. Das Virus wurde im Gehirn nur extrem selten direkt nachgewiesen (obwohl eine solche 45 Jahre alte Patientin mit Gehirnbeteiligung hatten wir auch bei uns), es wird über kleine Blutgerinnsel in den Hirngefäßen oder über eine autoimmune Antwort mit Entzündung der Gefäße diskutiert. Langfristige psychische Folgen sind nicht nicht bekannt, wir müssen sie aber befürchten.
  4. Früher unbekannter Zustand, so genannter „happy hypoxemic“. Sogar Patienten mit einer sehr schlechten Sauerstoffsättigung im Blut fühlen sich gut, sie essen mit Lust, sie telefonieren, es scheint, dass ihnen nichts fehlt. Dann brechen sie in Laufe weniger Stunden zusammen und landen an der Beatmungsmaschine oder sind sie tot. Dieses Phänomen kennen wir bei anderen Lungenerkrankungen auch nicht. Eine frühzeitige Intubation dieser Patienten nur wegen der schlechten Blutgase führte zu erhöhter Sterblichkeit, späte Intubation im Zustand der allgemeinen Erschöpfung ist aber auch schlecht. Ein Warnzeichen in den Blutgasen ist der erniedrigte Spiegel von Kohlenhydroxid als Hinweis auf eine Hyperventilation – nur dank einer schnelleren und tieferen Atmung halten diese Patienten für den Körper akzeptablen Sauerstoffspiegel im Blut. Diese Anstrengung führt aber später zu Erschöpfung und zu dem bereits beschriebenen raschen Zusammenbruch. Diese Tatsache hängt wahrscheinlich mit dem nächsten Punkt zusammen.
  5. Nämlich mit dem Stoffwechselzusammenbruch. Das ist etwas, was wir von anderen Infektionen nicht in so einem Ausmaß kennen. Praktisch bei jedem Patienten mit einem schweren Verlauf der Krankheit kommt zu einem raschen massiven Anstieg von Ferritin, also des Speichereisens, das der Körper nicht im Stande ist, der Blutbildung zuzufügen und zu einem Albuminabfall, also massiver Reduktion eines Eiweißes, das wichtig für Kreislaufstabilität, für metabolische und immune Funktionen und für das Erhalten von normaler Azidobase (pH) im Körper zuständig ist. Der Stoffwechsel der Patienten mit Covid ist beeinträchtigt in einem Ausmaß, das wir bei anderen Krankheiten nur sehr vereinzelt sehen konnten. Natürlich wird die Abwehrfähigkeit des Immunsystems auf diese Weise entscheidend reduziert. Hier suchen die Ärzte die Antwort auf die Frage, warum übergewichtige Menschen häufiger schwere Krankheitsverläufe haben. Die Ursache könnte die Fettleber sein, die adipöse Menschen häufig haben, denn gerade die Leber spielt im Stoffwechsel eine Schlüsselrolle.
  6. Hypertensive Krisen, die nur schwer mit üblichen Medikamenten zu beherrschen sind. Natürlich spielt hier auch die verständliche Angst des Patienten eine wichtige Rolle. Die Panik schwemmt die Stresshormone wie Katecholamine aus – und die treiben den Blutdruck in die Höhe. Es kann auch ein Zeichen der Muskelerschöpfung sein, wenn der Körper die letzten Reserven aktiviert, wie bei dem Aufstieg auf einen hohen Berg, wenn die Kräfte schwinden. Dann kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch mit Schock.
  7. Zytokinsturm kennen wir auch von anderen infektiösen Krankheiten, er begleitet septische Zustände, wenn die Immunität außer Kontrolle gerät und den eigenen Körper zu vernichten beginnt. Aber in so einem Ausmaß wie bei Covid 19 kennen wir diese Reaktion nicht. Eine zentrale Rolle bei dem Start dieser pathologischen Reaktion, die häufig tödlich endet, spielen die Stoffe Interleukine, konkret Interleukin 6. Warum es zu dieser pathologischen Reaktion kommt, die viel zu häufig tödlich endet, wissen wir nicht. Medikamente, die diese Reaktion unterbinden sollten, wie Chloroquin oder Hydrochloroquin (in diese Stoffe hat man am Anfang der Pandemie große Hoffnungen gesetzt) oder Estrogenanaloga wie Raloxifen oder Bazedoxifen, zeigten sich unwirksam. Momentan herrscht eine Euphorie um Antiparazitikum Ivermectin, nach allen falschen Hoffnungen ist aber notwendig vorsichtig zu sein. Immunomodulantien, die direkt Rezeptoren von Interleukin 6 blockieren, wie Tozilizumab (RoActembra) oder Saralizumab (Kevzara), oder Ustekimumab (Stelara), das diese Rezeptoren indirekt durch Blockade Interleukine 12/23 blockiert, sind in der Prüfungsphase.
  8. Syndrom PIMS, also „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrom“ war bis zu Covid-Pandemie eine extrem seltene Erkrankung der falschen Immunantwort bei Kindern, auch bekannt als Kawasaki Syndrom. Jetzt tritt es als eine späte Antwort auf eine durchgemachte Infektion bei Kindern aus, wobei der Infekt selbst meistens asymptomatisch verlief und hohes Fieber mit Beschädigung mehrerer lebenswichtigen Organe Wochen nach dem Infekt mit Covid eintritt. Aus diesem Grund wurde der direkte Zusammenhang dieses Syndroms mit der Infektion mit Covid noch nicht endgültig bestätigt, ist aber naheliegend. Es handelt sich zwar nicht um ein häufiges Syndrom, es ist aber trotzdem eine Antwort für die, die behaupten, dass Covid Kinder nicht angreifen kann. Viele der betroffenen Kinder enden auf der Intensiveinheiten der Kinderkliniken.

Einfach egal aus welchem Winkel ich die Sache betrachte, eine Grippe ist das nicht. Ich bin in der medizinischen ersten Front bereits seit 36 Jahren tätig aber das Krankheitsbild, das Covid 19 bietet, kenne ich nicht. Ich bin an dieser Stelle nicht bereit, mich mit der Frage zu beschäftigen, ob dieses Virus, das alle Naturgesetze missachtet, eine natürliche Mutation oder aus einem Labor entwischt ist. Ich will nicht zu Konspirationstheoretikern gezählt werden.

       Ich möchte nur warnen. Wir haben mit einer neuen, bisher unbekannten Krankheit zu tun. Sicherlich wird sie einen Ansturm neuer Professoren auf den Kliniken auslösen, die diese Krankheit erforschen und mit diesem Thema habilitiert werden. Und es ist auch gut so. Für sie ist es vielleicht ein Segen. Nicht aber für die Betroffenen.

Passt auf euch auf!

Mythen um die Impfung gegen Covid 19

               Immer wieder komme ich aus dem Erstaunen nicht heraus. Bei meinem letzten Besuch in Tschechien war es egal, mit wem ich sprach, alle meinten, sie wollen sich gegen das Coronavirus nicht impfen lassen oder waren zumindest skeptisch. In Österreich ist das nicht viel anders. Die meisten, mit denen ich gesprochen habe, sagten, dass es ihnen noch niemand verständlich erklärt habe.

               Die Impfgegner leisteten dagegen sehr gute Arbeit. Eine Arbeit mit Mythen, Halbwahrheiten, quasi lustigen what apps und falsch interpretierten Wahrheiten brachte ihre Fruchte. Nur ihnen, den Impfgegnern. Sie können mit sich zufrieden sein, dank ihnen darf Covid noch einige Jahre toben und töten. Dieser Kampf wird tausende Tote zur Folge haben, so ist das aber halt in jedem Krieg. Kein Krieg bleibt ohne Opfer und grundsätzlich ist jeder Tote in jedem Krieg ein sinnloser Toter. Wie diese, die jetzt infolge der Kampagne in den „sozialen Medien“ in Angst vor der Impfung leben. Und sterben.

               Es ist grundgenommen die freie Wahl jedes Menschen, ob er den Weg der Impfung oder den der Krankheit wählen wird. Die Krankheit ist aber viel zu unangenehm, um die Angst vor einem Stich in die Schulter zu rechtfertigen, die freilich in der Argumentation in der Sorge vor den Nebenwirkungen einer nicht geprüften Impfung verhüllt ist. Natürlich, die Impfung ist immer ein psychologisches Problem. Wenn ein Mensch krank ist, Schmerzen oder Fieber hat, ist er bereit alles zu tun, um wieder gesund zu werden. Bei der Impfung erhält das Vakzin ein gesunder Mensch. Das stellt eine psychologische Barriere dar, die auch psychologisch erklärbar ist. Auf diese Melodie spielen die „heiligen Kämpfer“ für körperliche Integrität und natürliche Immunität. Ich versuche, kurz und so verständlich wie möglich, die Argumente dieser Leute zusammen zu fassen und Gegenargumente anzubieten. Jeder von meinen Lesern kann sich dann ein Bild machen, was er glauben möchte.

  1. Das Impfstoff wurde schnell und zielgerichtet entwickelt, es handelt sich um eine nicht überprüfte Technologie.

Das ist nicht wahr. Natürlich arbeiteten die Pharmakologen aufgrund der Dringlichkeit des Problems an der Entwicklung des Vakzins schneller als üblich. Aber die Methoden der Entstehung der Impfstoffe sind nicht neu. Die Impfung arbeitet grundsätzlich mit zwei Prinzipien. Eines davon ist ein Vektorstoff, das zweite ist die Methode „messenger RNA“. Die erste ist überprüft in vielen früheren Impfungen. Es handelt sich um ein für den Menschen unschädliches Virus, das durch Nanotechnologie so verändert wird, dass es auf seiner Oberfläche wie ein Coronavirus aussieht. Der menschliche Körper erkennt es dann als Antigen des Coronavirus und bildet dagegen eine Immunität. Wenn er dann dem echten Coronavirus begegnet, kann es schnell identifizieren und die Abwehrreaktion starten. Das Vakzin Oxford/Astra-Zeneca arbeitet mit einem Adenovirus, das nur bei Schimpansen nachgewiesen wurde, das russische Sputnik V arbeitet mit zwei menschlichen Adenoviren. Der Grund ist, dass sich ein Mensch mit dem Affenviren unter normalen Umständen nicht anstecken kann und es ist deshalb für das menschliche Immunsystem unbekannt. Es ist also immer ein Antigen und der Mensch wird gegen ihn mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit Antikörper bilden. Bei dem russischen Vakzin ist dagegen möglich, dass ein Mensch in seinem Leben dem Adenovirus bereits begegnet war. In diesem Fall wird dann der Körper nicht reagieren, weil er es bereits kennt und keine Antikörper bilden wird. Deshalb arbeiten die Russen mit zwei Viren gleichzeitig, um diese Wahrscheinlichkeit zu minimieren. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass man den Infekt mit dem Adenovirus bereits durchgemacht hat, ziemlich hoch und steigt mit zunehmendem Alter. In diesem Fall wird die Impfung nicht funktionieren.

mRNA ist wirklich eine neue Technologie, wurde aber nicht gezielt für das Covid-vakzin entwickelt. Das Prinzip dieser Impfungsmethode wurde bereits im Jahr 2018 publiziert mit Nachsatz, dass es möglich wäre, mit dieser Methode binnen weniger Monate eine Impfung gegen JEDES RNA Virus entwickeln zu können. Wenn die Pharmafirmen kein sofortiges Interesse gezeigt haben, war das deshalb, weil sie eine langfristige Immunisierung gegen RNA Viren – sprich Influenza – fürchteten, was eine jährliche Impfung gegen Influenza überflüssig machen und damit ihre Gewinne gefährden könnte. Die Firma Moderna arbeitet aber mit dieser Methode bei anderen Impfungen bereits seit dem Jahr 2013, die Studien mit diesen Stoffen befinden sich derzeit in Phase I oder II der klinischen Forschung. Die Pharmaindustrie hatte halt nicht eilig. Dann kam es aber das Jahr 2020 und mit ihm das Coronavirus. Es ist allerdings zu erwarten, dass in Zukunft viele oder sogar alle Impfstoffe durch diese Methode produziert werden. Bis vor kurzem waren die Nanotechnologien nicht so weit entwickelt, damit dieses „Schneiden“ des Virus und die Identifizierung seiner Teile und ihrer Funktion (also fachlich ausgedrückt die Auswirkung des Genotyps auf den Phänotyp des Virus) möglich wäre.

  • Es handelt sich um einen recombinanten, also genetisch manipulierten Stoff

Ja, im Falle der Impfstoffe Oxford und Sputnik V handelt sich wirklich um ein genetisch manipuliertes Adenovirus. „Recombinant“ bedeutet artefizielle, also synthetisch veränderte DNA oder RNA. Die Produktion der Medikamente durch die rekombinante Methode, also durch eine genetische Manipulation, ist bereits einige Jahrzehnte alt und wird mit dem Ziel verwendet, damit das Medikament stärker, schneller oder länger als der natürliche Stoff wirken kann. Praktisch alle heutzutage verwendete Insuline sind rekombinant, also genetisch manipuliert und werden auch bei schwangeren Frauen ohne Angst vor genetischen Schäden des Kindes verwendet. Um den Patienten die Angst zu nehmen, nennen wir diese Insuline lieber Insulinanaloga. Rekombinant sind auch Stoffe, die Patienten bei akutem Herzinfarkt, einem Insult oder einer Lungenembolie verabreicht werden um die Gerinnsel aufzulösen oder Erythropoietine, die bei blutarmen Patienten angewendet werden. Es ist auch nicht notwendig zu befürchten, dass man zum Affen wird, wenn man mit einem Adenovirus vom Schimpansen geimpft wäre. Man bekommt bei der Impfung nämlich die RNA eines Adenovirus, nicht die DNA des Affen.

  • In den Körper wird Protein aus ungeborenen Föten verabreicht

Das veränderte Virus muss sich irgendwo vermehren, um für die Vakzine verwendet zu werden. Für die Kultivierung der manipulierten Viren wird tatsächlich embryonales Gewebe (oder Hühnereier) verwendet, weil sich dort die Viren am schnellsten vermehren können. In dem Vakzin ist allerdings dieser Wachstumsboden nicht erhalten – also man kriegt kein Protein aus einer „Missgeburt“ gespritzt. Dieses Vorgehen ist allerdings nur bei Vektorvakzinen verwendet, also bei der britischen und russischen. mRNA Vakzinen werden synthetisch produziert, was in der Praxis bedeutet, dass sie viel schneller erzeugt werden können, da die Zeit für die Vermehrung der manipulierten Viren nicht benötigt wird.

  • Wenn einmal die virale RNA in das Genom des Menschen eintritt, kriegt man sie nie mehr raus

Diese schwachsinnige Hypothese wird sogar durch halbgebildete medizinische Mitarbeiter verbreitet, Universitätsprofessoren inkludiert. Erstens – die menschliche genetische Information ist in DNA, also Desoxyribonukleotidsäure kodiert, die virale dagegen in RNA – Ribonukleotidsäure. Diese zwei Säuren sind nicht kompatibel, DNA besitzt zwei Stränge, RNA nur einen. DNA befindet sich im Zellkern, RNA außerhalb des Kernes in der Zelle. mRNA wird im menschlichen Körper in Millionen Kopien produziert und aus dem Kern in die Zelle transportiert, da sie für Bildung von Proteinen zuständig ist. Dieser Prozess ist aber eine EINBAHNSTRASSE und kann nicht umgedreht werden – also die RNA kann nicht in den Zellkern kommen – auch nicht die virale. Bei der Impfung wird in den Körper nur ein kleiner Teil der viralen RNA appliziert und zwar der, der für Bildung der so genannten „Spikeproteine“ zuständig ist. Das sind die Hörnchen auf der Virusoberfläche, nach denen das Coronavirus seinen Namen bekam. Mit diesen Ausläufern bindet sich das Virus an die Zellmembran und ihre Rezeptoren ACE-2 und tritt in die Zelle ein. Einfach gesagt, nach der Impfung wird im Körper dieses „Spikeprotein“ erzeugt, aber ohne das Virus. Wenn dann in den Körper das echte Virus tritt, wird es nach der Struktur seiner Oberfläche von dem Immunsystem erkannt und vernichtet. Die Antikörper binden sich direkt an die „Spikes“ und machen das Andocken und den Eintritt in die Zelle unmöglich.

Sollte aber jemand noch immer Angst vor der mRNA haben, sollte er erwägen, dass alle Menschen, die an Coronavirus krank waren und so die GANZE RNA des Virus in den Körper bekamen, jetzt alle Mutanten sein müssten. Und nicht nur sie, aber auch jeder, der einmal im Leben eine Grippe hatte (ebenfalls ein RNA Virus) wäre auch ein Mutant. Und wenn man die Sache dann weiterverfolgen würde, dann auch jedes Kind, das einmal eine „Nudel“ als Folge eines nichtinvasiven Coronavirus oder Adenovirus an seiner Nase hatte, wäre natürlich auch ein Mutant. Reicht es als Beweis, dass die virale RNA nicht in die genetische Erbinformation des Menschen eingebaut wird? Übrigens ältere Menschen, die keine Absicht haben, Kinder zu zeugen, müssen sich um ihr Genom wirklich keine Sorgen machen. Ich konnte mich nicht zurückhalten und fragte eine achtzigjährige Dame, die sich SOLCHE SORGEN um ihr Genom machte, wieviel Kinder sie noch haben möchte. Aber nicht einmal die Jungen, die sich noch fortpflanzen wollen, müssen Sorge um ihr Erbgut haben. Ihre DNA wird nicht „vervirt“. Weil es nicht geht.

  • Die ganze Impfung dient zu Implantation eines Mikrochips, mit dem dann Menschen kontrolliert und beherrscht werden

Bill Gates hat tatsächlich einmal den unglücklichen Satz gesagt, dass er sich vorstellen könnte, dass es in Zukunft bestimmte digitale Zertifikate geben könnte, bei denen man ablesen könnte, ob jemand geimpft ist oder eine bestimmte Krankheit bereits durchgemacht hätte – mit anderen Worten, ob der Mensch Antikörper gegen eine bestimmte Erkrankung hat oder nicht. Weil die Gatesstiftung tatsächlich auf dem Feld der Mikrochips forscht – z.B. als eine Möglichkeit der Verhütung, entstand eine Hysterie, dass die ganze Impfung nur als Vorwand zu Chipimplantationen der gesamten Menschheit missbraucht wird und dass Bill Gates das ganze Coronavirus nur zu diesem Zweck erfunden hatte. Erstens werden die Vakzine in vielen Firmen auf drei Kontinenten produziert und dass man alle Produzenten dafür gewinnen könnte, in Milliarden Dosen der Impfung Mikrochips einzumischen, ohne dass es entdeckt werden könnte, ist einfach absurd. So viel Einfluss hat Bill Gates wirklich nicht.

  • Das Virus wurde nur dazu erfunden, um Menschen ein tödliches Vakzin zu applizieren, die die Weltpopulation reduzieren sollte

Auch dieser teuflische Plan ist dem Bill Gates zugeordnet, ev. manchmal auch Georgy Sörös. Das Virus entstand wahrscheinlich tatsächlich im Labor in Wuchan, obwohl das nie nachgewiesen wird und China alles unternehmen wird, um eine konsequente Untersuchung zu verhindern. Eine Ermordung von Milliarden Menschen durch ein Vakzin ist aber absurd. Erstens bereits in der klinischen Phase III wurden die mRNA Vakzine insgesamt 70 000 Freiwilligen verabreicht. Und vernünftig denkende Menschen sollten sich die Frage stellen, welches Interesse die Milliardäre haben sollten, die Anzahl der Konsumenten ihrer Waren zu reduzieren.  Gates stiftete zur Entwicklung der Impfstoffe bereits 4 Milliarden Dollar und Menschen fragen, was für ein Profit er davon haben möchte. Was wäre, wenn Gates, dessen Eigentum mehr als ein hundert Milliarden Dollar beträgt, das Geld wirklich verschenkt hätte? So eine Summe tut ihm nicht weh und in der Bibel steht, dass es für die Reichen mit dem Aufstieg in den Himmel schwer sein könnte. Also so könnte man doch einige positive Punkte für das Jüngste Gericht gewinnen. Die Gerüchte über tausende tote Kinder in Afrika und Indien infolge der Versuche mit Impfstoffen sind fake news der übelsten Sorte. In Afrika wurden die Impfstoffe nicht getestet. In Indien wurde der britische Impfstoff geprüft. Ein Freiwilliger erkrankte wirklich an Hirnhautentzündung, in Großbritannien dann einer an Rückenmarkentzündung. Beides hatte eine Unterbrechung der klinischen Prüfung zu Folge. Obwohl es sich um eine sehr seltene Komplikation handelte und bisher nicht nachgewiesen werden konnte, ob diese Fälle wirklich mit der Verwendung der Vakzine zusammenhängen, geriet dadurch die Vakzine Oxfxord/Astra Zeneca so weit in Verruf, dass sogar die Briten selbst mit dem mRNA Impfstoff von Pfizer impfen.

Das Vakzin macht unfruchtbar

               Diese Theorie hat ihren Ursprung in derselben Quelle, wie die von dem tödlichen Vakzin und man macht wieder einmal Bill Gates für die Absicht die Bevölkerung zu reduzieren verantwortlich. Nur ist diese Verschwörungstheorie raffinierter als die von dem tödlichen Vakzin. Wenn die Leute nach der Impfung nicht sofort tot umfallen und dass ist bereits der Fall, wackelt die Theorie der Ausrottung der Menschheit beträchtlich. Mit der Unfruchtbarkeit ist es fiel raffinierter, da diese nur nach Jahren nachgewiesen werden könnte.

               Dazu bekommt diese Theorie einen fast wissenschaftlichen Grundstein, nämlich die Lehre von Syntycin 1. Sie stammt von Biounternehmer Michael Yeadon, der fälschlicherweise als Forschungsleiter bei Pfizer bezeichnet wird. Dieses Eiweiß Syncytin 1 ist für den Aufbau der Plazenta während der Schwangerschaft verantwortlich und ist dem Spikeprotein des Covid19 Virus ähnlich. Das hat einen Grund tief in der menschlichen Geschichte. Syncytin ist kodiert durch ein Gen ERVW-1 und ist wahrscheinlich in unsere genetische Information durch eine retrovirale Infektion vor 25 Millionen Jahren gekommen. Das kann auch eine bestimmte Ähnlichkeit dieses Proteins mit Spikeprotein von Covid 19 erklären. Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Immunität sich gegen das Syncytin und in weiterer Folge gegen die Plazentaausbau richten könnte.

               Es gefällt mir der Vergleich, den der Naturwissenschaftler Florian Aigner in „Woman“ machte, wo er sagte:

Impfung bedeutet, dem Körper ein Fahndungsfoto zu zeigen. Das Gerücht ist so als würde man sagen: Fahndungsfotos aufzuhängen ist gefährlich, denn der Täter trägt eine Brille, daher wird die Polizei alle Brillenträger erschießen!«

               Natürlich kann man diese Theorie nur nach einigen Jahren endgültig widerlegen, wenn die geimpften Frauen die gleiche Zahl Kinder wie die nicht geimpften zur Welt bringen würden, (übrigens in der Phase III der Zulassungsstudie des Impfstoffes Pfizer/Biontech sind 23 junge Frauen unter den freiwilligen Probanden schwanger geworden), zu bedenken sind aber zwei Punkte:

  1. Wie gesagt, die Theorie hat ihren Ursprung in der Hypothese, dass Bill Gates die Bevölkerungszahl reduzieren will. Die Antwort ist also auch dieselbe wie bei dem „tödlichen“ Vakzin– welches Interesse könnte der Milliardär haben, die Zahl der Konsumenten seiner Ware zu reduzieren? Will er wirklich arm werden?
  2. Sollte wirklich der mRNA Impfstoff eine Immunreaktion gegen Syncytin 1 auslösen, dann tut das das Virus umso mehr – hier gibt es nämlich die ganze RNA und nicht nur ein Teil von ihr. Und dann würde es in Sachen der Fruchtbarkeit keinen Unterschied machen, ob man sich impfen gelassen oder die Krankheit durchgemacht hat. Das zweite ist aber viel unangenehmer.
  • Impfung verursacht Autismus

Das Gerücht, die aufgrund der Studie von Andrew Wackelfield im Jahr 1998 entstand, wurde schon vielmals widerlegt. Umso hartnäckiger hält es sich am Leben und die Impfgegner verwenden dieses Argument gern bis heute. Diese Studie hatte riesige Mängel, wurde vom Lancet, wo sie publiziert wurde, zurückgezogen und 13 von 16 Autoren distanzierten sich anschließend davon. Trotzdem lebt der Mythos weiter als ein Beweis dafür, dass man ein in die Luft entlassenes Wort niemals zurücknehmen kann. Vor kurzem wurde diese Studie durch eine dänische Studie widerlegt, die 670 000 Kinder untersuchte, die in den Jahren 1991 – 2010 geimpft worden sind. Es wurde kein vermehrtes Auftreten von Autismus beobachtet. Das größte Problem eines Impfstoffes war die Impfung im Jahr 2009 gegen H1N1 Schweinegrippe. Das Vakzin hatte damals vermehrtes Eintreten von Narkolepsie bei Kindern verursacht. Es handelte sich allerdings um ein Vakzin mit getötetem Virus (oder Virusteilen), und diese Technologie wird bei den gegen Coronavirus zugelassenen Impfstoffen nicht verwendet. Übrigens Kinder würde ich sicher gegen Corona nicht impfen lassen. Weil bei ihnen das Nutzen/Risiko Profil nicht stimmt.

  • Die Impfung vernichtet die eigene Immunität. Der Körper muss selbst die Immunantwort für Infektionen erzeugen können

Es handelst sich hier um ein klassisches Produkt einer Wohlstandgesellschaft. Diese Hypothese konnte nur entstehen, weil die Infektionskrankheiten, die früher hunderttausende Menschen töteten – dank Impfung – verschwanden oder sehr selten geworden sind und damit keine Angst mehr machen. Pocken töteten sogar Mitglieder der Kaiserfamilie, an Pocken starb Kaiser Josef I. oder eine Gattin Josefs II. Die Diphterie tötete qualvoll durch Ersticken hunderte Kinder noch in den fünfzigen Jahren. Auch gelähmte Kinder in Rollstühlen infolge einer Kinderlähmung sehen wir nicht mehr. Hoch ansteckende Masern schwächen vorübergehend die Immunität der betroffenen Kinder ähnlich wie HIV Virus. Im ersten Jahr nach durchgemachter Erkrankung steigt die Sterblichkeit der Kinder durch andere infektiöse Erkrankungen im Vergleich mit Kindern ohne Maserninfektion.

Natürlich sind Nebenwirkungen einer Impfung möglich. Briten beschrieben in den ersten Tagen der Impfung zwei schwere allergische Reaktionen, in der USA kam es zu fünf solchen Zwischenfällen. Schuld ist nicht die mRNA, aber das Adjuvans, also der Stoff, in dem die mRNA aufbewahrt wird. In den Zulassungsstudien wurden diese Reaktionen nicht beschrieben – aus einem einfachen Grund – unter den freiwilligen Probanden gab es keine oder nur sehr wenige Allergiker. Bei der Impfung wird in dem Körper ein Fremdstoff verabreicht, wer also eine Neigung zur Allergie hätte, könnte pathologisch reagieren. Ich würde mich also lieber in einer Ambulanz impfen lassen, wo Gegenmittel gegen Allergie vorhanden sind und nicht zu Hause.

Viel mehr beunruhigt mich die russische Empfehlung, dass man während der Vakzination mit Sputnik V acht Wochen keinen Alkohol trinken darf. Abgesehen von der Tatsache, dass diese Maßnahme in Russland so gut wie unrealisierbar ist, weckt so eine Empfehlung (oder Verbot?) einen Verdacht, dass das Vakzin wirklich schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen könnte, die Ärzte durch Alkoholkonsum begründen wollen. Ich kann mir eine Interaktion eines Impfstoffes mit Alkoholgenuss weder vorstellen noch physiologisch begründen.

Kopfschmerzen oder Schmerzen an der Impfstelle können auftreten, sowie auch so genannte Vakzinationsreaktionen mit erhöhter Temperatur, Kopfweh oder Müdigkeit – diese haben eine Dauer normalerweise von Stunden oder maximal von zwei Tagen. Sie können auch bei anderen Impfungen auftreten.

               Also Menschen, macht keinen Blödsinn und geht zur Impfung. Sonst werden wir dieser ganzen Sch…..Situation nie los.