Italienische Impressionen

Pavia

Pavia ist eine unauffällige kleine italienische Stadt (mit ca. 70 000 Einwohner), die sich in der Nähe ihres riesigen Nachbars  – Mailand – duckt, sie verdient sich aber dank ihrer Geschichte und auch wegen ihrer Schönheit mehr Aufmerksamkeit. Pavia existierte bereits in den römischen Zeiten unter dem Namen Ticinum, damals wurde über den Fluss Ticino die erste Steinbrücke gebaut. Ihr Ruhm begann mit dem Niedergang des Römischen Reiches, als sie zuerst eine der Hauptstädte des Ostrogotenreiches (neben Verona) wurde und danach die Hauptstadt der Langobarden, die sie im Jahr 572 nach dreijähriger Belagerung einnahmen. Als ich den Fremdenführer Marco in der Kirche San Michele fragte, warum der Häuptling der Langobarden Alboin, der auch zum ersten König dieses Volkes werden sollte, für seine Hauptstadt gerade Pavia und nicht zum Beispiel das nahe Mediolanum ausgewählt hatte, antwortete dieser: „Das ist doch ganz klar.“ Als er dann meinen überraschten Blick bemerkte, ergänzte er… Čti dál »

Brescia

Was wollt ihr dort tun? So haben mich meine italienischen Freunde gefragt, als ich ihnen mein Absicht diese norditalienische Stadt zu besuchen, mitgeteilt habe. Dort gibt es doch gar nichts! Eine Industriestadt, chaotisch wachsend am Fuß der Alpen, touristisch absolut uninteressant, so lautete  ihre Beurteilung. Ich ließ mich nicht verunsichern, mein Reiseführer versprach mir inmitten des Chaos von Brescia ein wunderschönes Stadtzentrum. Außerdem warnte er vor Unmengen an Schulausflügen. Wenn also so viele italienische Schüler die Stadt besuchen, muss dort etwas Interessantes sein, dachte ich mir. Ich hatte recht. Es gab dort tatsächlich Unmengen der Schulausflügen. Laute italienische Kinder mit noch lauteren italienischen Lehrern, die sich bemüht haben, dem unerzogenen Nachwuchs die glorreiche Geschichte ihres Landes beizubringen. Ich hatte für die Lehrer voller Verständnis. Wenn sie sich in ihren Klassen durchsetzen und etwas ihren Schützlingen mitteilen wollten, mussten sie eine Lautstärke von ungefähr 80 – 100 Dezibel entwickeln. Und sie… Čti dál »

Bergamo

Wichtig ist, dass man den Namen richtig aussprechen kann. Meine Bergámo machte die Italiener offensichtlich nervös. Nachdem sie mich das fünfte Mal aufmerksam gemacht hatten, dass die Betonung auf der ersten Silbe liegt (also Bérgamo), begannen die sonst immer sehr toleranten und freundlich wirkenden  Gastgeber nervös und gereizt zu sein. Ich weiß nicht, ob ich mit der falschen Betonung vielleicht etwas Unanständiges gesagt hatte. Ich traute mich nicht zu fragen, ich passte aber danach sehr darauf, die erste Silbe zu betonen. Alle unsere Bekannten lobten einstimmig meine Entscheidung, diese Stadt zu besuchen. Bergamo hat den Ruf einer schönen Stadt und bewirbt sich um den Titel der Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2019. Meine Erwartungen waren also dementsprechend hoch. Dann aber betrat die Szene ein Darmvirus. Zuerst habe ich gedacht, das Mittagessen in Mailand würde von meinem Verdauungstrakt abgelehnt und damit Schuld an meinem Zustand sein. Bereits auf dem Weg aus… Čti dál »

Mailand

Mailand ist ein bisschen anderes Italien. Ein normaler Mailänder hängt in seinem täglichen Zeitplan hinter nach genau wie ein Römer oder Neapolitaner, in Unterschied zu den zwei genannten merkt man das aber an ihm. Er flucht im Stau, hupt, ärgert sich und seine Parole ist „veloce, veloce.“ Es hilft ihm zwar nicht, er ist überall zu spät ebenso wie seine südlichen Kollegen, er erlebt es aber ganz anders. Natürlich sind auch die Mädchen von Mailand gleich wie alle Italierinnen verpflichtet „fare la bella figura“ also gut auszusehen, aber wenn eine römische „donna“ auf ihren high heals  nobel schreitet, die mailändische „bella“ in den gleichen Schuhen mit hohen Absätzen läuft. Mailand ist mit 1,3 Millionen Einwohner kleiner als Wien und hat ein perfekt ausgebautes U-Bahnnetz. Trotzdem kämpft man sich vormittags besonders zwischen acht und neun nur sehr schwer durch die mit eilenden Italienern überfüllten und gestauten Straßen und in dieser Zeit… Čti dál »

Die Reise nach Turin

Italienische Impressionen Ich habe mich entschieden, auf meiner Webseite meine Reiseberichte aus Italien zu publizieren. Sie sind – wie es meinen Interessen entspricht, historisch orientiert, aber es ist ein Gemisch von der Geschichte der Städte, der Sehenswürdigkeiten, Reisetipps und unseren Erlebnissen. Einfach etwas für ein paar entspannten Minuten und vielleicht auch etwas zum Lachen oder zumindest zum Lächeln, ich hoffe, dass jeder in den Artikeln, die in zweiwöchentlichen publiziert werden sollten, etwas findet, was ihm gefallen wird. Als erste: Die Reise nach Turin Als wir uns wieder einmal entschieden hatten, Italien zu besuchen, und zwar seinen nördlichen Teil, den ich bisher nicht kannte, begrüßte ich diesen Plan mit Begeisterung. Damals hatte ich allerdings keine Ahnung, dass das Hauptziel dieser Reise der Kauf eines Hütchens für unsere Enkelin Veronika – oder wie es die Italiener entzückend nennen – „capellino“ war. Ein einfacher Vorwand für diese Reise um „capellino“ war ein Seminar… Čti dál »

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