Italienische Impressionen

Ich habe mich entschieden, auf meiner Webseite meine Reiseberichte aus Italien zu publizieren. Sie sind – wie es meinen Interessen entspricht, historisch orientiert, aber es ist ein Gemisch von der Geschichte der Städte, der Sehenswürdigkeiten, Reisetipps und unseren Erlebnissen. Einfach etwas für ein paar entspannten Minuten und vielleicht auch etwas zum Lachen oder zumindest zum Lächeln, ich hoffe, dass jeder in den Artikeln, die in zweiwöchentlichen publiziert werden sollten, etwas findet, was ihm gefallen wird.

Als erste:

Die Reise nach Turin

Als wir uns wieder einmal entschieden hatten, Italien zu besuchen, und zwar seinen nördlichen Teil, den ich bisher nicht kannte, begrüßte ich diesen Plan mit Begeisterung. Damals hatte ich allerdings keine Ahnung, dass das Hauptziel dieser Reise der Kauf eines Hütchens für unsere Enkelin Veronika – oder wie es die Italiener entzückend nennen – „capellino“ war. Ein einfacher Vorwand für diese Reise um „capellino“ war ein Seminar meiner Frau über Lungenkrebs. Ich dachte naiv, dass es der wirklich wahre Grund unserer Reise wäre. Die Wahrheit über „capellino“ erfuhr ich erst vor Ort, als es keinen Weg zurück mehr gab.

Wir reisten mit dem Auto. Ich konnte mich mittlerweile an die Fahrweise der italienischen Autofahrer gewöhnen und ihr Fahrstil wurde daher für mich mehr oder weniger ungefährlich (ehrlich gesagt, eher weniger als mehr). Grundsätzlich gelten hier die gleichen Regeln wie bei uns, nur die Umsetzung ist ein bisschen anders und lockerer. Ich mache keine Dummheiten mehr  wie bei meiner ersten Reise nach Italien im Jahre 1993, als ich – für die einheimischen Fahrer absolut unverständlich – bei Rot an der Ampel angehalten habe, obwohl kein Auto in Sicht war. Es schockiert mich nicht mehr, dass ein Italiener im Stande ist, den ganze Verkehr in einer Stadt lahmzulegen, nur weil er gerade einen guten Bekannten auf dem Gehsteig gesehen hat und mit ihm natürlich ein paar Worte wechseln musste. (Auch der Sinn des Begriffs „ein paar Worte“ hat in Italien eine deutlich andere Bedeutung als bei uns) Noch immer kann es mich aber ein bisschen nervös machen, wenn mich ein Auto von rechts über den Gehsteig überholt, weil nach der Meinung des Fahrers meine fünfzig Stundenkilometer verdammt wenig sind. Einen stillen Protest habe ich im  Tunnel geäußert, in dem die Höchstgeschwindigkeit 70km/Stunde war. Ich fuhr 90 (ich bin nicht lebensmüde um mich bei 70 km/St von hinten anfahren zu lassen) und wurde trotzdem über die Doppelsperrlinie von Italienern überholt und noch dazu in einer – meiner Meinung nach  – ziemlich unübersichtlichen Kurve. Aber das alles gehört zum lokalen Kolorit und es ist gut so.

Turin erreichten wir also problemlos und, nachdem ich meine Frau bei dem Hotel Boston abgesetzt hatte, fuhr ich ein Parkhaus zu suchen. Das war allerdings nicht ganz einfach. Die Beschriftung hat gefehlt und mein GPS hat mich vergeblich informiert, dass ich mein Ziel gerade erreicht hätte, ich sah es einfach nicht. Letztendlich habe ich auf der Straße eingeparkt und bin zu Fuß gegangen, um die Einfahrt in das Parkhaus zu suchen. Ich entdeckte sie, es war aber eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, unterwegs im Auto einfach nicht zu schaffen. So gut war die Parkhauseinfahrt geheim gehalten.

Meine Erwartungen bezüglich der nördlichsten italienischen Metropole waren bescheiden. Turin hat den Ruf einer Industriestadt, ich erwartete also nicht allzuviele historische Denkmäler, also war ich ziemlich skeptisch. Umso angenehmer war die Überraschung, die mir diese Stadt am Fluss Po bereitete. Turin war einmal ein gallisches Ort, der im Jahre 218 vor Christus von Hannibal zerstört wurde, als er in Italien über den St-Bernhardpass eingefallen war und das Glück nicht glauben  konnte, dass er den Übergang überlebt hatte. Turin befindet sich nämlich direkt an einer Kreuzung der zwei wichtigsten Straßen nach Frankreich über Monte Geneva und über die beiden St.Bernard Pässe. Von hier aus konnte man sich  bereits bequem auf dem Fluss Po befördern lassen. Also, strategisch gesehen, hat die Stadt immer eine sehr vorteilhafte Lage gehabt.

Im Jahr 28 vor Christus entstand also gerade hier eine römische Kolonie, die später den Namen Augusta Taurinorum erhielt und es ist interessant, dass der Grundriss der römischen Stadt mit ihren senkrecht gekreuzten Straßen bis heute erhalten geblieben ist. Es blieben auch die Mauerreste aus dieser Zeit mit der erhaltenen Porta Palatina, sowie auch Reste eines römischen Theaters. An der ehemaligen Porta Pretoriana zeigten Italiener ihre übliche Kreativität. Dieses ehemalige römische Tor bauten sie zuerst zu einer mittelalterlichen Festung um – Castello. Später folgte ein Umbau im Stil der Renaissance und weil ihnen das Ergebnis noch immer nicht wirklich gefallen hat, ergänzten sie dieses Hybrid noch mit einer barocken Fassade. Das Ergebnis dieser chaotischen Kreativität ist einfach unglaublich, dieses Gebäude beherrscht den größten Platz von Turin – Piazza di Castello.

Die Menschen von Turin und eigentlich vom gesamten Piemont zeigten sich in der Vergangenheit als sehr erfinderisch. Die Entdeckungen, die in Zusammenhang mit Piemont gebracht werden könnten, begleiten uns in unserem Leben auf jedem Schritt und Tritt – zum  Beispiel entstand hier die Tafel – und später auch die Nussschokolade, der Kaffee Lavazza, Martini, Cinzano, Tic Tac und viele weitere Köstlichkeiten. Natürlich auch Nutella, die darf man nicht vergessen. Um die Stadt Alba gibt es aus diesem Grund riesige Nussplantagen. Piemont ist auch stolz auf seinen guten Wein. Das Flaggschiff ist natürlich der berühmte Barollo, ich persönlich präferiere Barberra, besonders Barberra d´ Alba. Er ist weniger intensiv aber sehr angenehm und auch erschwinglicher. Wir wollten einen Martini direkt auf dem Tatort im Cafe Torino auf Piazza San Carlo kosten, als wir aber erfuhren, dass ein Glas hier acht Euro kostete, genossen wir es in einer anderen Bar für 2 Euro.

Kreativ war auch der Koch im Restaurant Mago Rabin im Corso s´ Mauricio, wohin wir essen gegangen sind. Als er erschien, um uns zu begrüßen, war er gleich suspekt. Er sah wie ein Künstler aus, der seine Inspiration in unerlaubten Mitteln suchte. Am diesen Abend rauchte er wahrscheinlich um ein Joint mehr als üblich.               Wir hatten ein Menü mit vier Gängen bestellt, bekamen aber siebzehn Gänge!!!  Unserer Künstler vermittelte den Ausländern eine Übersicht über die ganze piemontische Küche. Eigentlich keine ganz schlechte Idee und jeder Gang war ein kulinarisches Erlebnis. Das Problem lag darin, dass sich manche Gänge miteinander nicht gut vertrugen und sich für eine kämpferische Konfrontation entschieden. Ohne Rücksicht, dass das Schlachtfeld mein Magen war. In jedem Fall musste ich den ganzen kommenden Tag nichts essen, eigentlich konnte ich überhaupt nicht – weil bereits bei einem  Blick auf das Essen ich mit Übelkeit zu kämpfen hatte.  Damit haben wir eigentlich viel Geld gespart. Piemont ist ein etwas anderes Italien. So anders, dass Napoleon, als er im Jahre 1796 ins Land einmarschierte, die Österreicher vertrieb und aus den italienischen Provinzen eine Cisalpinische Republik gründete, Piemont direkt an Frankreich anschoß. In seinen Augen war die einheimische Bevölkerung Franzosen, die Französisch nicht richtig gelernt hatten (was übrigens auch sein Problem war). Er lag nicht ganz falsch. Diese Tatsache hat besonders mein Magen zu spüren bekommen, weil die Mehrheit der konsumierten Gänge eher zu französischer als zu italienischer Küche gehörte. Torino, wie der italienische Name der Stadt ist, sagt man auf piemontesisch Türin. Herzöge von Savoy, von ihrem Ursprung her Franzosen aus der Region unterhalb des Mont Blanc, die in Piemont seit dem elften Jahrhundert geherrscht hatten und im dreizehnten Jahrhundert dann den örtlichen Bischof in der Verwaltung der Stadt ablösten, verlegten im Jahr 1563 ihre Hauptstadt aus dem französischen Chambéry nach Turin.

Napoleon ist hier noch immer sehr populär. Diese Tatsache habe ich nicht ganz verstanden, er war doch ein Aggressor, Diktator und weiters – ganz einfach, ich mag ihn nicht. Wie ich allerdings im „Museo di Risorgimento“ also im Museum der Vereinigung Italiens erfuhr, wird er für einen Menschen gehalten, der nach Italien die Meinungsfreiheit und die demokratischen Ideen brachte und damit den Prozess der Vereinigung Italiens startete, der seinen Höhepunkt im Jahr 1861 gerade in Turin fand.

Es regnete und regnete. In Turin ist das allerding keine wirkliche Tragödie. Erstens gibt es hier die U-Bahn, wo es ähnlich wie in Kopenhagen keinen Zugsführer gibt und so kann man ganz vorne sitzen und die Gleise zu beobachten. Aber beinahe die ganze Stadt ist mit Arkaden ausgestattet, also kann man im Trockenem bleiben, auch wenn viel Wasser vom Himmel fällt. Natürlich sind dort überall Butiquen und Markengeschäfte, was mich nicht wirklich interessiert hätte, bis ich mich meiner Frau angeschlossen habe und begann – was glauben Sie, aber natürlich –  das „capellino“ suchen. In diesem Moment habe ich endlich realisiert, dass dieser Ausflug problematisch werden könnte.

Ich beschäftigte mich mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der königliche Palast und Palazzo Madamme passten nicht mehr in meinen Zeitplan und die berühmte savoyische Rüstungskammer habe ich einfach nicht gefunden, sie ist wahrscheinlich nur für die Einheimische auffindbar und für sie bestimmt, oder man muss einen bezahlten Stadtführer dafür buchen. Das legendäre Leintuch von Turin befindet sich in Duomo di San Giovanni unmittelbar neben dem königlichen Palast.

(Die Ausstellung zu diesem Thema ist aber in einer prächtigen königlichen Barockkapelle San  Lorenzo untergebracht, ebenfalls beim königlichen Palast, aber an der Seite der Piazza di Castello). Ob in ihm wirklich Christus eingewickelt war, ist unter den Wissenschaftlern bis heute umstritten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Leintuch aus der Beute der Kreuzritter des vierten Kreuzzugs stammt, als die Kreuzritter im Jahr 1204 Konstantinopel eroberten und die Blutspuren der Blutgruppe AB entsprechen genau den Verletzungen, die ein Mensch bei der Kreuzigung mit einer Dornkrone auf dem Kopf und einem tödlichen Stich in die Herzgegend erleiden musste. Die Carbonanalyse datiert allerdings das Alter des Leintuches in das dreizehnten Jahrhundert, also handelte sich möglicherweise doch um eine Fälschung. (Die Byzantiner waren in der Fälschung der heiligen Reliquien wahre Meister). Das Tuch befindet sich in der Kirche San Giovanni in einer Seitenkapelle. Es ist eigentlich sehr angenehm, sich hier niederzusetzen und zu erholen, während es draußen regnet und regnet. Der Text, der bei dem Tuch zu lesen ist, löst den Widerspruch auf die salomonische Art – nach dem Text ist das Tuch ein Symbol des Leidens Christi. Also warum nicht? Ich mochte dieses Ort.

Turin besitzt(das behaupten die Italiener selbst, es wäre diese Behauptung unbedingt zu überprüfen) das nach Kairo zweitgrößte ägyptologische Museum der Welt, „Museo egizio“. Warum eine so großartige Ausstellung gerade in Turin ihren Sitz gefunden hat, hat natürlich einen Grund. Ein bestimmter Piemonteser namens Bernardino Drovetti fühlte sich nach der Annexion von Piemont durch Napoleon als echter Franzose und folgte Bonaparte bei seinem Feldzug nach Ägypten. Als dies mit einer Katastrophe geendet hatte, dachte er, doch kein echter Franzose zu sein und blieb als Konsul in Ägypten. Er war für alle, für die Franzosen, für die siegreichen Engländer aber auch für die Ägypter akzeptabel. Gerade Napoleon weckte durch seinen Feldzug Interesse an der Kunst des alten Ägypten, bei seiner Reise wurde er von Wissenschaftlern und Künstlern begleitet, dank seines Feldzuges wurde die Tafel von Rosetta gefunden, die es Jean Francios Champolion ermöglichte, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern. Drovetti blieb also in Ägypten und setzte fort, was sein General begonnen hatte – er sammelte Papyri, Statuen, Reliefs, die aus dem ägyptischen Sand auftauchten. Als er dann nach Hause kam, landete seine Sammlung im Louvre. Drovetti fühlte sich aber nicht mehr als echter Franzose und Piemont wurde nach dem Wiener Kongress zum unabhängigen Königsreich von Sardinien. Drovetti wollte nicht für einen französischen Patrioten gehalten werden, der seine Kostbarkeiten uneigennützig  verschenkt. Er hat sich entschieden, seine in Louvre platzierte Sammlung zu verkaufen und der König von Sardinien, Karl Felix, bot einfach mehr als der französische König. Danach konnte man den Transfer der Samsung aus Paris nach Turin im Jahr 1824 nicht mehr verhindern. Die Sammlung ist wirklich sehenswert. Es gibt Papyri in der Größe einer ganzen Mauer, vom Buch der Lebenden, also dem Buch der ägyptischen Medizin, bis zu einem erotischen Papyrus, der bereits vor vier tausend Jahren die Geheimnisse der Liebe erklärte. Es fehlt auch eine „beauty box“ nicht, eine Kosmetiktasche einer Ägypterin aus der Zeit des Neues Reiches. Also Damen (aber auch Herren), es ist viel zu bestaunen.

Das Symbol von Turin ist aber die Mole Antonelianna, ein Gebäude, dessen Turm auf der italienischen Zweizentmünze dargestellt ist. Ursprünglich handelte sich um eine Synagoge, aber noch vor ihrer Fertigstellung übersiedelte die Hauptstadt Italiens zuerst im Jahre 1866 nach Florenz und dann 1870 nach Rom. Deshalb fehlte für die Fertigstellung das Geld. Heute gibt es dort ein Museum der Kinematographie – italienische Filmateliers befinden sich in Turin!

Eine wirklich interessante Ausstellung zeigt die Geschichte der Kinematographie, von der Laterna magica über die ersten beweglichen Bilder und Kurzfilme aus dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts bis zu modernen Werken. Es gibt sehr viele interessante Dinge, wie zum Beispiel das Korsett von Marilyn Monroe, das ahnen lässt, dass an dem Mädchen wirklich einiges zu betrachten war und John Kennedy genug zum Angreifen hatte.

Im Museum fährt ein im freiem Raum hängender Lift auf die Turmspitze, die Voraussetzung für ihre Nutzung ist allerdings Schwindelfreiheit. Bei schlechtem Wetter, als die Turmspitze in den Wolken ertrank, war die Sicht reich Null. Also verzichtete ich auf diese Attraktion. Italiener können aber ihre Museen wirklich bauen, darüber sollte ich mich einen Tag später überzeugen.

Im Jahr 1899 gründeten acht lokale Unternehmer, unter ihnen auch Giovanni Angelli, in einem Vorort von Turin namens Lingoto „Fabrica italiana l´automobile di Torino“. So entstand der berühmte FIAT, heutzutage einer der größten Autokonzerne der Welt. (Auf deutsch wird der Name als „Fehlerhaft in allen Teilen“ interpretiert, die Amerikaner nennen ihn wieder „Fix it alone, Toni“) Allerdings besteht Fiat in der Konkurrenz der Weltmarken bis heute ganz gut und das in der Zeit, in der alle anderen italienischen Marken (Lancia, auch aus Turin, Alfa Romeo, Lamborgini usw.) seit langer Zeit ausländischen Firmen gehören. In der gigantischen Produktionshalle in Lingotto ist heute eine Kongresshalle, in der das Seminar stattgefunden hat, das meine Frau besuchte, ein Geschäft der Nahrungsmittel „Slow food“ (das ist auch eine piemontesische Erfindung als Antwort der Gourmanen auf Fast food Ketten), ein Hotel, eine Galerie usw. usw. – Die Italiener reißen nämlich sehr ungern etwas, was bereits steht, nieder.

Unweit von der ehemaligen Halle gibt es dann das „Museo nacionale de automobili“, also das nationale Automobilmuseum. Ich bin zwar kein unkritischer Fan der Autoindustrie und das Auto ist für mich in erster Linie ein Mittel zum Transfer vom Punkt A zum Punkt B, aber dieses Museum  hat alle meine Erwartungen hoch übertroffen. Nicht nur, dass sich hier eine Ausstellung der Modelle aus dem Ende des neunzehnten Jahrhundert, aber auch das Auto Italia befindet, mit dem im Jahr 1912 eine Reise nach Shanghai unternommen wurde. Also in der Zeit, in der es dort noch keine Tankstellen gab, weil in vielen Ländern, die die Reisenden überqueren mussten, die Einheimischen von einem Auto noch nie gehört hatten.

Es wird auch die Entwicklung der Autos in den Zwanzigerjahren zu den ersten Luxusmodellen der Dreißigerjahre.  Gezeigte Filme erklären den Unterschied der Produktionphilosophie nach dem zweiten Weltkrieg in Amerika und in Europa und deren spätere Annäherung, stellen unterschiedlichste Kuriositäten dar, die sich letztendlich nicht durchgesetzt haben. Natürlich darf auch eine Ausstellung der Rennautos beginnend mit dem Jahr 1914 bis zu den heutigen Boliden der Formel eins nicht fehlen. Selbstverständlich findet man hier den legendären Fiat 500 und 600 und eine Menge Ferrari. Außerdem ist hier die Entwicklung der Motoren seit dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts dargestellt, (Inklusiv z.B. Modell Laurint und Klement aus dem Jahr 1909) und die Entwicklung der Reifen vom Holzrad bis zu den heutigen Reifen der Formel I. Ich hatte wirklich ein Problem, das Museum nach vierstündigem Besuch zu verlassen, jemand, der ein echter Autofan ist, sollte wahrscheinlich einen Schlafsack mitnehmen, um irgendwo geheim zu übernachten.

Also Museen können die Italiener wirklich errichten. Turin war ein Erlebnis, das ich sicher und mit gutem Gewissen empfehlen kann.

Ach so, wie ist es mit dem „capellino“, als dem Hauptgrund unseres Besuches, ausgegangen? Wir besuchten in Turin eine Menge Geschäfte und ein Kaufhaus. Der Verlauf war immer gleich. Zuerst eine riesige Begeisterung über das vielfältiges Angebot mit einer Behauptung, hier werden wir sicher etwas finden und kaufen. Taktisch war dieses Versprechen richtig, dank dessen habe ich nicht gleich die Flucht ergriffen. Dann aber hatte ein Hütchen keine Schnur unter dem Kinn, das nächste hatte zwar eine, die war aber zu lang. Das nächste hatte die richtige Schnur, war aber viel zu teuer und das mit den Figuren von Disney kauften wir natürlich auch nicht. Letztendlich beschloss meine Frau, dass man in Turin ein Hütchen nicht kaufen kůnne, weil das Weltzentrum der Mode doch Mailand sei. Dort wird es sicher eine viel bessere Auswahl geben. Und so reisten wir weiter nach Mailand. Aber darüber wieder andersmal.

 

 

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